Georg Röwekamp, der bis vor einem Jahr das deutsche Pilgerhaus in Tabgha am See Gennesaret leitete, hat auf 120 Seiten eine sehr gehaltvolle und zugleich unterhaltsame Geschichte dieses Pilgerhauses geschrieben und mit vielen seltenen Fotos anschaulich gemacht.

Es geht aber nicht nur um Tabgah, sondern um das gesamte, ausgedehnte Gelände, das 1888, dem Jahr der Gründung des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, vom damaligen Palästina-Verein erworben wurde und heute im Besitz des Deutschen Vereins vom Heiligen Land ist. Man lokalisierte auf dem Gelände verschiedene biblische Orte, zunächst aber nicht Tabgha.

Schwung kam in die Sache, seit die Görres-Gesellschaft 1908 in Jerusalem ein Institut eröffnet hatte. Initiator war derselbe Prälat Johann Peter Kirsch, der schon 1888 das Römische Institut eröffnet hatte. Anders als in Rom unternahm die Görres-Gesellschaft nun aber archäologische Grabungen, und zwar auf dem Gelände des Heilig-Land-Vereins.

Jetzt konnte Paul Karge das Heiligtum der Brotvermehrung in Tabgha "entdecken", ausgraben und durch das berühmte Brot-Mosaik eindeutig als den frühchristlichen Pilgerort Heptapegon identifizieren.

Röwekamp behandelt in seinem Buch aber weit mehr als das. Er geht auch auf die Synagoge von Horvat Kur und den frühislamischen Palast Khirbat al-Minya ein.

Sehr anschaulich sind dann die Schilderungen der Geschichte der Bewirtschaftung, der Beduinen und des Pilgerwesens seit dem 19. Jahrhundert. Tabgha war ursprünglich als eine landwirtschaftliche Kolonie deutscher Siedler gedacht. Noch ganz landwirtschaftlich orientiert waren die Vinzentiner, die über viele Jahre den Ort betreuten. Erst später wurde daraus eine Pilgerherberge, zunächst unter der Leitung von Pater Täpper. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die deutschen Bedediktiner nach Tabgha.

Am 5. Januar 1964 besuchte Papst Paul VI. höchstpersönlich in der Hochstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils die Brotvermehrungskirche. 

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