Aus aller Welt

Pilgerreise nach Palästina von Rev. Wilhelm Bigot - 1891 (Teil 3)

(1. Folge - 2. Folge)

Jerusalem:

"2) Pilgerhäuser. Jeder Pilger suche ein Unterkommen in seinem resp. Pilgerhause, wo er gut verpflegt wird; in der hl. Stadt sind folgende:

a) Die Casa nova der Franziscaner international; b) das neue deutsche Hospic nördlich von der Stadt; c) das sehr schöne österreichische Pilgerhaus; d) das französische großartige und das russische mit einer prachtvollen Kirche.

3) Institute. Wenn Zeit und Umstände es erlauben, möge der Pilger es nicht versäumen, auch die Institute zu besuchen. a) das St. Salvator-Kloster mit seinen verschiedenen Ateliers, Buchdruckereien, Mühlen, etc.; b) das St. Peter Maristenhaus der Peres Ratisbonne; c) das Dominicaner-Kloster mit seiner Höheren Schule; d) das St. Anna-Seminar mit Kirche; e) das schöne Institut der Schulbrüder Freres des ecoles chrétiennes; f) das Pensionat der Sions-Schwestern und die verschiedenen Waisenhäuser und Krankenhäuser der Stadt.

NB. Der Pilger unterlasse es nicht, sich frühzeitig von seinem resp. Consul die Erlaubniß zu erwirken, um mit Muße die Omar Moschee mit dem interessanten Tempelplatz und der überaus schönen siebenschiffigen ehemaligen Mutter Gottes Kirche - jetzt El Aksa - besichtigen zu dürfen. 

III. Die  Umgebung (von Jerusalem):

1) Der Oelberg. Von Jerusalem aus, etwa von der Gasse der Casa nova aus gesehen, ist dieser Berg herrlich, gleichwie vom Oelberg aus die Stadt mit ihrer Pracht dem Heiland Thränen entlockte. Ersteigt man diesen Berg, so findet man zunächst a) die Grabeskirche der Mutter Gottes, b) die Todesangst Christi Grotte, c) den Garten Gethsemanie mit Umgebung, d) die Stelle, wo Christus über die Stadt weinte, e) die Stelle, wo der Heiland seine Aposteln das Pater Noster gelehrt haben soll. f) Oben auf dem Berge die recht schöne Rotunde, die den Ort bezeichnet, wo Christus in den Himmel aufgefahren ist; man besteige das Minarett, um die Gegend des Jordan und das todte Meer zu sehen; g) das Kloster der Carmeliterinnen (!) mit der unterird(ischen) Kirche, wo die Apostel das Symbolum (= Glaubensbekenntnis) verfaßt haben sollen. Auf dem östlichen Abhange des Oelberges sind die Dörfer Bethfage mit seinem Heiligthum und Bethanien mit dem Grabe des Lazarus zu sehen.

2) Das Thal Josaphat. Unzählige Gräber links und rechts auf den Abhängen der Gebirge, die das Thal bilden; die Dörfer Siloan und die engl. Colonie. - Das Grab Absaloms, des hl. Propheten Zacharias u. des hl. Jacobus; dann der Marine...(?), die Grotte und der Teich Siloe. Das Thal Josaphat mit dem Oelberg lassen einen unvergeßlichen Eindruck im Herzen zurück".