Theodor Peters: ein unbekannter Heiliger des Campo Santo Teutonico
Das erste Mitglied des deutschen Priesterkollegs am Campo Santo Teutonico seit dessen Gründung vor 150 Jahren (1876) ist Theodor Peters, und dieser entpuppt sich als ein bis dahin nicht wahrgenommener Heiliger (Gedenktag: 24. April).
Peters wurde 1848 in Dülken in Nordrhein-Westfalen geboren. Im ökumenischen Heiligenlexikon steht über ihn:
"Theodor Peters wurde 1873 zum Priester geweiht, trat 1878 in Rom den Jesuiten bei, wurde im Kolleg des Palazzo di Propaganda Fide ausgebildet und wirkte ab 1884 als Missionar in Indien. Er steckte sich mit Lepra an und erlitt dann die Qualen dieser Krankheit ab 1908 im Aussätzigenheim Kemmendine bei Rangoon mit großer Geduld."
Als Rektor Anton de Waal 1875 in Münster war, nahm er von dort Peters nach Rom mit. Darüber schreibt er in seiner Chronik: "Mit mir ist aus der Diözese Münster der Priester Theodor Peters nach Rom gekommen als Rektor von St. Elisabeth. Nachdem er ein Jahr und zwei Monate von der Polizei verfolgt worden war, hat er endlich so das Vaterland von der drohenden Gefahr befreite".
Peters war dann also Rektor der deutschen Bäckerkirche St. Elisabeth und wohnte auch dort. In dieser Zeit schrieb er eine Broschüre: "Drei Gewissensfragen in betreff der liberalen Zeitungen". Man merkt also, dass er noch ganz in der Auseinandersetzung des Kulturkampfes steckt.
Peters wechselte im Herbst 1876 an den Campo Santo Teutonico und wurde Präses des Gesellenvereins. Am 21. Juli 1877 wurde er zum Dr. iur. can. promoviert.
Zum 19. Juni 1878 trägt de Waal in die Chronik ein: "Herr Dr. Peters, Kaplan im Campo Santo seit 2 Jahren, reiste ab, um nach Abschließung einer 2 1/2 monatlichen Haft, die er noch in Kleve abzusitzen hat, in die Gesellschaft Jesu zu treten".
Im Buch der eigenhändigen Lebensläufe des Priesterkollegs steht jener von Theodor Peters an erster Stelle. Daraus geht hervor, dass er als Schüler an dem berühmten bischöflichen Augustinus-Kolleg in Gaesdonck war, das bereits de Waal selber besucht hatte und das noch heute als bischöfliches Gymnasium besteht.
Darauf folgte das Studium der Theologie an der Münsteraner Akademie. Im Dezember 1872 erhielt Peters in Münster die Priesterweihe. Durch die preußischen Kulturkampfgesetze konnte er seit 1875 seine seelsorgliche Tätigkeit nicht weiter ausüben. Daher kam er nach Rom, um dort kirchenrechtliche Studien aufzunehmen.
Die ihn kennen, wundern sich, dass Peters Jesuit wird. Vielleicht geht es ihm auch darum, Haftstrafen zu vermeiden. Er muss das Noviziat in Exaten absolvieren. Von dort aus hält er noch brieflich Kontakt zu Anton de Waal. Danach verlieren sich die archivalischen Spuren.
Interessant ist der Fall Peters allemal. Im Jahr 2026 begeht das Kolleg sein 150jähriges Bestehen, unter anderem mit einem Ehemaligentreffen vom 1. bis 4. Oktober.
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- Geschrieben von: Stefan Heid
- Kategorie: Römische Notizen
Römisches Institut der Görres-Gesellschaft


