Wo Vergangenheit Zukunft hat

Wissenschaftszentrum für Geschichte seit 1888

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Tridentinum.jpg

Akten des Trienter Konzils

Die Öffnung der Vatikanarchive unter Papst Leo XIII. (1881 bzw. 1883) brachte neben den deutschen Nuntiaturakten ein weiteres Großprojekt auf den Weg. Pater Heinrich Denifle OP, Unterarchivar am Vatikanischen Geheimarchiv, empfahl der Görres-Gesellschaft 1893, die Akten des Konzils von Trient (1545-1563) herauszugeben. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Er stand wie auch die Edition der Nuntiaturakten im Kontext der Bemühung der historischen Sektion der Görres-Gesellschaft der dominanten protestantischen Reformationsgeschichtsschreibung eine katholische Darstellung aus der Sicht der authentischen römischen Archivquellen gegenüberzustellen.

Auch hier stand die Görres-Gesellschaft als Ganze, aber in besonderer Weise das RIGG in der Verantwortung, das vor Ort die Organisation der Archivausbeutung übernehmen musste. Es entstand daraus das Jahrhundertwerk der Trient-Edition.

Die insgesamt 19-bändige Edition erschien unter dem Titel Concilium Tridentinum. Diariorum, actorum, epistularum, tractatuum nova collectio, edidit Societas Goerresiana (Freiburg 1901-2001).

Als Herausgeber beteiligten sich Sebastian Merkle, Umberto Mazzone, Theobald Freudenberger, Stephan Ehses, Alois Postina, Vinzenz Schweitzer, Gottfried Buschbell, Angelo Massarelli, Joachim Birkner, Hubert Jedin und zuletzt Klaus Ganzer. Die Edition der Akten ist nunmehr abgeschlossen. Der bedeutendste Erfoscher des Trienter Konzils war Hubert Jedin, der 1939-1943 am Campo Santo Teutonico arbeitete (vgl. H. Jedin, Lebensbericht, Mainz 1988, 3. Aufl., 102-115).

Römische Notizen & aus dem Institut

Neuer RIGG-Stipendiat: Thomas Kieslinger

Seit September ist - in Nachfolge von Ignacio García - Thomas Kieslinger M.A. (* 1991 in Deggendorf) Stipendiat am RIGG. Er studierte Geschichte, Politik und Christliche Archäologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der FU Berlin. Bis April 2018 war er Mitarbeiter des DFG-Projektes 1533 "Sakralität und Sakralisierung in Mittelalter und früher Neuzeit. Interkulturelle Perspektiven in Europa und Asien." Er arbeitet seit 2016 an seiner Promotion bei Prof. Dr. Klaus Herbers (Erlangen) im Fach Mittelalterliche Geschichte über die Spiritualität der Ritterorden auf der Iberischen Halbinsel (12/13. Jhd.). Kieslinger hat den vom Kolleg gestellten Freiplatz inne. 

Aus aller Welt

Institut für katholische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität

Nach unermesslich vielen Visionen und Gedankenspielen fasst nun doch noch in der Hauptstadt Berlin die akademische katholische Theologie in Form eines Universitätsinstituts Fuß. Der Akademische Senat der einst rein protestantischen Humboldt-Universität stimmte zu. Gründungsdirektor ist Johannes Helmrath, Professor für Mittelalter an der Humboldt-Universität. Damit ist das Fach der Kirchengeschichte äußerst prominent in Berlin vertreten. Zwei katholische Professuren werden von der Freien Universität Berlin an die Humboldt-Universität verlagert und um drei weitere ergänzt. Mit der bereits an der Humboldt-Universität bestehenden Guardini-Stiftungsprofessur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung soll das Institut sechs Professuren umfassen.

weiterlesen

Jobs & Stipendien