Aus aller Welt

Nachrichten rund um den Globus

Aus aller Welt

Ein Nachruf auf Stefan Weinfurter

Der bekannte Mediävist Stefan Weinfurter ist tot. Das Mitglied der Görres-Gesellschaft war Rom eng verbunden. Ein Nachruf von Michael Matheus

Völlig überraschend verstarb am 27. August 2018 im Alter von 73 Jahren in seinem Wohnort Mainz Stefan Weinfurter. Der 1945 in Südböhmen (Prachatice) geborene und in Bayern aufgewachsene Spezialist für die Geschichte des frühen und hohen Mittelalters zählte auch dank seiner Präsenz im zahlreichen deutschen Fernsehproduktionen und Hörfunksendungen zu den bekanntesten Historikern in Deutschland. Lehrstühle für Mittelalterliche Geschichte bekleidete er an den Universitäten Eichstätt (1982–1987), Mainz (1987–1994), München (1994–1999) und Heidelberg (1999–2013).

Generalversammlung in Bamberg: Presseecho

Die 121. Generalversammlung der Görres-Gesellschaft wartete in Bamberg mit exzellenten Vorträgen auf. Hervor stach der Festvortrag von Johannes Hasselbeck über den Dreißigjährigen Krieg in Bamberg. Öffentliche Wahrnehmung zu erhalten, ist heutzutage allerdings schwer. Das zeigt sich zumindest im geringen online-Echo der Generalversammlung trotz sehr guten Besuchs (ca. 400 Teilnehmer), Prominenz und hoch spannender Themensetzung. Immerhin berichtete Der Neue Wiesenbote über das Rahmenthema Krieg und Frieden. Die Sektion für Rechtswissenschaft unter Prof. Arnd Uhle (Mitglied des Direktoriums des RIGG) hat es zu einem überregionalen Zeitungsbeitrag in der Tagespost über die Rechte der Kinder geschafft.  Die diesmal mit einer Tagung in der Tagung vertretene Sektion für Medizin fiel trotz ihres ausgezeichneten Programms über das Gesundheitssystem im demographischen Wandel leider aus der tagespolitischen Wahrnehmung heraus. Die Website der Deutschen Bischofskonferenz berichtete über die Ehrung ihres Sekretärs Pater Dr. Hans Langendörfer

Wünsche für die Generalversammlung der Görres-Gesellschaft

Zur Eröffnung der allerersten Generalversammlung der Görres-Gesellschaft an Pfingsten 1876 in Frankfurt am Main sprach der Mainzer Domdekan Johann-Baptist Heinrich Wünsche aus, die auch nach 142 Jahren aktuell sind:

  1. Möge unser Verein für alle Pfleger und Freunde der Wissenschaft, die sich demselben anschließen, ein Band gegenseitiger Hochachtung und Freundschaft werden. Sich kennen lernen, von Zeit zu Zeit ein paar Stunden beisammen sein, ist schon ein großer Gewinn.
  2. Möge in allem Wirken unseres Vereins stets jene Bescheidenheit und jene friedliche Ruhe herrschen, die eben so sehr dem Geiste des Christenthums als dem Geiste echter Wissenschaft eigen sind. Absolut fremd ist uns die Aufregung der Politik [...].
  3. Vor allem aber möge unser Verein und mögen seine Mitglieder niemals ein Haarbreit abweichen von unserm obersten Grundsatze, von unserer ersten Ueberzeugung, von unserm festen Glauben: daß zwischen der göttlich geoffenbarten Wahrheit und der wahren Wissenschaft nie ein Widerspruch, nie ein Zwiespalt möglich [...].

Hier nachzulesen (S. 19).

Programm der diesjährigen Generalversammlung, 28.-30. September in Bamberg

Antrittsvorlesung von Andreas Weckwerth

Termin
Datum: 25.10.2018
Ort: Eichstätt

Prof. Dr. Dr. Andreas Weckwerth hält um 16 Uhr im Jesuitenrefektorium des Collegium Willibaldinum seine Antrittsvorlesung als Professor für Alte Kirchengeschichte und Patrologie zum Thema "Sermo horrebat incultus? Sprache und Stil der Bibel als ästhetisches Problem und dessen theologische Bewältigung im antiken Christentum". Weckwerth hat einen vorausgegangenen Ruf nach Tübingen abgelehnt. Die theologische Fakultät der Universität Eichstätt befindet sich in einem Erneuerungs- und Profilierungsprozess und es ist zu wünschen, dass noch weitere gute Berufungen erfolgen. Weckwerth ist Mitglied der Sektion für Altertumskunde der Görres-Gesellschaft und hat sich auf dem Feld der Konzilienforschung profiliert. Er ist Autor der Römischen Quartalschrift.

Abschiedskolloquium und Ehrung für Michael Matheus

Termin
Datum: 18.10.2018
Ort: Mainz

Der Arbeitsbereich ›Vergleichende Landesgeschichte‹ und das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz laden ein zu einem zweitägigen Abschiedskolloquium für Prof. Dr. Michael Matheus, den Lehrstuhlinhaber für Geschichte an der Uni Mainz und Mitarbeiter zahlreicher Wissenschaftseinrichtungen. Am Donnerstagabend findet zudem eine feierliche Verabschiedung statt.

Das ganze Programm finden Sie hier.

Matheus, Mitglied des Direktoriums des RIGG, hat 2013 die Tagung zum 125jährigen Bestehen des RIGG zum Thema "Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke. Der Campo Santo Teutonico und der Vatikan 1933-1955" angestoßen, aus der ein sehr erfolgreicher Band hervorgegangen ist.

Hier bestellen 

Institut für katholische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität

Nach unermesslich vielen Visionen und Gedankenspielen fasst nun doch noch in der Hauptstadt Berlin die akademische katholische Theologie in Form eines Universitätsinstituts Fuß. Der Akademische Senat der einst rein protestantischen Humboldt-Universität stimmte zu. Gründungsdirektor ist Johannes Helmrath, Professor für Mittelalter an der Humboldt-Universität. Damit ist das Fach der Kirchengeschichte äußerst prominent in Berlin vertreten. Zwei katholische Professuren werden von der Freien Universität Berlin an die Humboldt-Universität verlagert und um drei weitere ergänzt. Mit der bereits an der Humboldt-Universität bestehenden Guardini-Stiftungsprofessur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung soll das Institut sechs Professuren umfassen.

20.-22. September: Tagung über Heilige und Reliquien

Termin
Datum: 20.09.2018
Ort: Fribourg in der Schweiz

Prof. Mariano Delgado und Prof. Volker Leppin organisieren an der Uni Fribourg in der Schweiz eine Tagung zum Thema "Heilige und Reliquien in der Christentumsgeschichte mit einem Seitenblick auf die Religionsgeschichte". Die Referate behandlen Katholizismus, Reformation, Islam, Buddhismus u.a. Die Tagung richtet sich auch an die interessierte Öffentlichkeit. 

Hier finden Sie mehr Infos.

Das PIAC wird Ehrenbürger von Riva Ligure

Das Päpstliche Institut für Christliche Archäologie wird dank des jahrzehntelangen Engagements von Prof. Philippe Pergola am 22. September die Ehrenbürgerwürde von Riva Ligure an der Riviera (bei Sanremo) verliehen. Das Institut hat vor allem einen Verkehrsknotenpunkt (mansio) mit einer frühchristlichen Basilika (San Siro) ausgegraben und mit Hilfe der Stadt so konserviert, dass sie nun von Besuchern besichtigt werden kann. Hier erfahren Sie mehr

Schreiben Sie sich jetzt für die neuen archäologischen Kurse am PIAC ein!

Die Görres-Gesellschaft als philanthropisches Netzwerk

Deadline: 1. November

Es gibt einen Call for Papers der Draiflessen Collection in Mettingen über katholisches Sponsoring im 19. Jahrhundert. In dem Aufruf wird auch die Görres-Gesellschaft als Teil des philanthropischen Netzwerks genannt, das sich im katholischen Milieu dank der Caritas-Bewegung und katholischen Soziallehre breit entwickelt hat. Im Grunde genommen ist es ein unübersehbares Themenfeld, da, anders als in der Wahrnehmung heute der katholische Aufbruch des 19. Jahrhunderts ungleich mehr persönliches und institutionelles karitatives Engagement hervorgebracht hat, als der versiegende Katholizismus heute noch in der Lage ist.

Da könnte man etwa die zahlreichen Hospiz-Initiativen nennen, die es unter den deutschen Katholiken Roms im 19. Jahrhundert gab, nicht zuletzt am Campo Santo Teutonico.

Dazu wird ein langer Aufsatz von Johannes Grohe in dem Band Päpstlichkeit und Patriotismus. Der Campo Santo Teutonico: Ort der Deutschen in Rom zwischen Risorgimento und Erstem Weltkrieg (1870-1918) (hg. von Stefan Heid und Karl-Joseph Hummel, Herbst 2018) erscheinen.