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Hagia Sophia: solche Forschungen sind jetzt kaum mehr möglich

Zu den herausragendsten und beeindruckendsten Forschungsarbeiten über die Hagia Sophia in Istanbul, die nun wieder eine Moschee ist, gehört die Publikation von Alessandra Guiglia Guidobaldi und Claudia Barsanti (und Mitarbeitern) über die Marmorausstattung der Hagia Sophia (2004). Das mit fast 500 Fotografien, historischen Innenansichten und Rekonstruktionen versehene 900-seitige Buch bietet ein vollständiges Inventar der erhaltenen Ausstattungselemente. Die Arbeit hat ihren Wert etwa zum Verständnis des weltweiten Exports vergleichbarer Produkte aus prokonnesischem "Marmor" von den "Marmara"-Inseln in frühbyzantinischer Zeit. Die Hagia Sophia war eben in jeder Hinsicht Vorbild und Standard, ähnlich der Lateranbasilika im Westen. Eine solche Leistung, die eine jahrelange Vertrautheit mit dem Denkmal selbst voraussetzt, ist heute kaum mehr möglich. Umso wertvoller werden die Publikationen jener, die dieses Privileg noch besaßen.

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