Leseempfehlungen

Heinrich Denifle O.P. - geschätzt und zuweilen gefürchtet

Der Dominikaner Heinrich Denifle, gebürtig aus Tirol (1844-1905), hat selbst in katholischen Kreisen einen nachhaltig negativen Ruf, weil er ein cattolicissimus war, der Luther, dem er vielleicht im Temperament nicht ganz unähnlich war, glaubte aufgrund seiner Forschungen ein schlechtes Persönlichkeitsurteil ausstellen zu müssen. Die katholische Historiographie hat lange gebraucht, um im Zeichen des Ökumenismus diese Scharte auszuwetzen. Dass Denifle aber als Unterarchivar des vatikanischen Geheimarchivs noch wesentlich mehr Seiten hat, zeigt ein Tagungsband, den Andreas Sohn, Jacques Verger und Michael Zink vorgelegt haben. Der Band geht auf eine Tagung in Paris im Dezember 2012 zurück.

Ein Buch über die Seelsorge Roms im 20. Jahrhundert

Ignacio García eröffnet die Reihe der Buchvorstellungen auf dem RIGG-YouTube-Kanal mit einer außerordentlich instruktiven Vorstellung des Buches von Andrea Riccardi über die Seelsorge der Stadtdiözese Rom im 20. Jahrhundert unter Pius XII., Johannes XXIII., Paul VI. und Johannes Paul II. vor: Roma: La Chiesa e la città nel XX secolo. In dieser Zeit hat sich überhaupt erst nach der Schockstarre des Risorgimento die Papststadt, in der die Seelsorge quasi eine vatikanische Verwaltungsangelegenheit war, zu einer Stadtdiözese mit eigenen Strukturen entwickelt.  

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Buch über Ludwig von Pastor - der Historiker der Päpste

Ludwig von Pastor (1854-1928) ist als Historiker der Päpste bekannt. Weniger bekannt ist, dass er seit der Gründung 1888 dem Direktorium ("Leitenden Komité") des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft angehörte.  Im Frühjahr 2018 fand am Campo Santo Teutonico und an der Ecole Francaise eine von Andreas Sohn und Jacques Verger organisierte Tagung statt, deren Vorträge nun gedruck vorliegen.

Vizerektor Konrad Ackermann über die "Sacra Potestas"

Dr. Konrad Ackermann, Vizerektor des Kollegs am Campo Santo Teutonico und Mitglied des RIGG, hat seine an der Lateranuniversität erarbeitete kirchenrechtliche Dissertation zum Thema "Die Sacra Potestas im Werk von Alfons Maria Stickler und Klaus Mörsdorf" im Aschendorff-Verlag veröffentlicht. Darin geht es um die Mitwirkung von Laien an der kirchlichen Regierungsgewalt. Ackermann wird im Frühjahr in seine Diözese Regensburg zurückkehren. Das Coverbild ist ein Detail eines großen Aquarells im Campo Santo Teutonico. Es zeigt ein Goldglas mit dem Motiv der sogenannten Traditio Legis: Christus übergibt das neue Gesetz an Petrus.

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Katalog sämtlicher spätantiker Gläser mit Bildschmuck

Im Verlag Schnell und Steiner ist ein zweibändiges Corpus sämtlicher figürlich gravierten Gläser der Spätantike erschienen. Das monumentale Werk von Stefanie Nagel birgt viele Überraschungen. So entdeckte Nagel die verschollen geglaubten Schliffgläser der Sammlung des Campo Santo Teutonico (in ihrem Katalog die Nrr. 14, 168, 213-216, 237-241, 243) in der Archäologischen Sammlung München. Wie sie dort hingelangten, ist unbekannt. Weitere, verschollene Gläser des Campo Santo siehe in Wohnen wie in Katakomben (Bildtafeln 23-24). Insgesamt zählt der Katalog 373 Objekte mit profanen, mythologischen und christlichen Darstellungen. Die Goldgläser werden nicht behandelt. Dem Katalog voraus geht ein Band über die Herstellung und Form der Schliffgläser.

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Annales Historiae Conciliorum jetzt erheblich günstiger!

Die renommierte, von Kardinal Walter Brandmüller begründete Zeitschrift Annuarium Historiae Conciliorum wird aus verlagsrechtlichen Gründen und zugunsten der Kunden ab Jahrgang 2020 nun beim Verlag Aschendorff unter dem Titel Annales Historiae Conciliorum weitergeführt. Der Jahresband kostet jetzt nur noch sensationelle 69,- Euro (Institutionen 129,-). Das Layout ist schöner, der Kundenservice besser. Alle bisherigen Bezieher des AHC können nun beim Verlag Aschendorff ihr Abo anmelden (ISSN: 2702-8631), um sofort Geld zu sparen. Herausgeber der Zeitschrift sind wie bisher Johannes Grohe (Rom) und Thomas Prügl (Wien).

AHC neu     Inhalt AHC 2020

Petrusliteratur und Petrusarchäologie

Die neue Reihe "Rom und Protestantismus", die vom Melanchthon-Zentrum in Rom herausgegeben wird, schaut bereits auf ihren vierten Band, welcher der "Petrusliteratur und Petrusarchäologie" (2020) gewidmet ist, verantwortet von Jörg Frey (Zürich) und Martin Wallraff (München). Der Band versucht einen annähernd konsensfähigen Forschungsstand einzufangen, und zwar dezidiert auf der Grundlage protestantischer Forschung, die nicht unerheblich zum wissenschaftlichen Fortschritt beigetragen hat. Die Tendenz geht dahin, die Gestalt des Petrus als frühes Erzählelement und als Erinnerungsort mit Bindung an Rom zu sehen, auch wenn die harte historische Frage "War Petrus in Rom?" damit nicht beseitigt wird. Der Band entscheidet sie nicht zugunsten Heussis und Zwierleins Radikalnegation, ringt sich auch nicht zu einer Aussage über die historische Plausibilität der römischen Petrustradition durch, sondern begnügt sich damit, mit ihr zu liebäugeln.   

Rom und Protestantismus

Aufgabe des Historikers ist nicht Heiligsprechung, sondern Gerechtigkeit

Dominik Burkard und Hans-Otto Mühleisen über den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber 

Conrad Gröber (1872-1948) war seit 1932 Erzbischof von Freiburg und zeigte anfangs ein Entgegenkommen gegenüber dem neuen Regime, das sich bald in entschiedene Gegnerschaft wandelte. Sein anfängliche Gesprächsbereitschaft wird ihm heute zum Vorwurf gemacht. Dabei stützt man sich teilweise auf ein merkwürdiges Dokument, nämlich ein anonymes Gutachten über Gröber, das 1947 in die Hände der französischen Besatzung gespielt wurde.

Buchempfehlung: Baddes Abendland

von Stefan von Kempis

„Abendland“: Das ist ein Begriff, von dem derzeit nur neuheidnische Nationalisten zu träumen scheinen – ausgerechnet. Zum Glück hat das Abendland jetzt in Paul Badde, einem Chesterton unserer Zeit, einen Apologeten gefunden. Oder besser gesagt: einen Erzähler.

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Entdeckung: Raffael im Goethe-Haus in Weimar

Zum neuen Buch von Christian Hecht

Noch nie bemerkt, obwohl eigentlich kaum zu übersehen: Die Decke des Büstenzimmers besteht aus Motiven der Loggien Raffaels, übernommen von den Stichen Giovanni Volpatos. 

Goethes Haus in Weimar ist das Herzstück im Pilgerort der deutschen Klassik – seine verschlüsselte Bildsprache aber war bis heute weitgehend unbekannt. Es ist das persönlichste Projekt, das Goethe je verwirklichte oder auch nur plante, und er hat ihm in den Bildprogrammen und in den teilweise nicht verwirklichten architektonischen Entwürfen Wesentliches seiner Kunst wie seines Lebens anvertraut. Aber - eine gehörige Überraschung - es gibt in Weimar noch heute ein Haus, dessen Fassade den Entwurf des Goethe-Hauses von 1800 aufgreift.

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