Samstag, 28. Februar: Öffentlicher RIGG-Vortrag

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Roswitha Neu-Kock (Köln) spricht zum Thema: "Raubkunst und Provenienzforschung: Neue Herausforderungen für die Kunstgeschichte"

Vor allem die unfassbare Dimension der nationalsozialistischen Kunstraubzüge hat zu einem Bewusstseinswandel beigetragen. Bei der Erforschung und Rekonstruktion dieser Vorgänge sind die klassischen kunsthistorischen Methoden eher zweitrangig. Gefordert sind vielmehr detailliertes historisches Wissen und Einsicht in die vielschichtigen, gesamtgesellschaftlichen Prozesse. Art und Umfang des Kunstraubs und die ersten Maßnahmen nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs werden in diesem Vortrag skizziert. Das besondere Augenmerk gilt den letzten zwanzig Jahren, in denen sich der neue Forschungszweig nach zögerlichen Anfängen fest etablieren konnte, politisch wahrgenommen wird und damit das Erbe der jüngeren deutschen Geschichte auch in der Kunstgeschichte verankert hat.

Ort: Aula des Campo Santo Teutonico (Vatikan)

Beginn: 18 Uhr (anschl. Rinfresco)

Hier das Plakat für Werbezwecke

Dr. Roswith Neu-Kock (* 1946) studierte 1966–1974 Kunstgeschichte, Geschichte, Archäologie, Germanistik und Mittelalterliche Philologie in Münster und Berlin (FU) und wurde 1974 mit einer Arbeit über das Kreuzigungsretabel aus der Soester Wiesenkirche promoviert. Anschließend war sie an Museen in Münster und Köln und beim Landeskonservator Rheinland tätig und nahm Lehraufträge an den Universitäten Münster, Düsseldorf, Köln und Siegen wahr. 1985–1989 war sie Geschäftsführerin des Fördervereins Romanische Kirchen Köln und redigierte das Jahrbuch „Colonia Romanica – Jahrbuch des Fördervereins romanische Kirchen Köln.“ 1989–2007 leitete sie das Rheinische Bildarchiv bei den Museen der Stadt Köln. 2007–2012 leitete sie die Provenienzforschung beim Museumsreferat im Dezernat für Kunst und Kultur der Stadt Köln.

Es liegen von ihr Veröffentlichungen zur Kunstgeschichte (Kunst des Mittelalters, ‚Art and Food’), Geschichte, Fotogeschichte und Provenienzforschung vor. Zurzeit arbeitet sie an einer Biographie der jüdischen Berliner Journalistin Julie Elias (1866-1945).