Samstag, 19. November: Öffentlicher RIGG-Vortrag

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Klaus Martin Girardet spricht zum Thema: "Kaiser Gratian (367/75-383): Letzter Pontifex Maximus der römischen Geschichte?"

In der nicht-christlichen Antike war seit Augustus jeder Kaiser zugleich pontifex maximus. Er hatte das Amt des höchsten Aufsichtführenden über alle Götterkulte des Imperiums. Seit Konstantin d. Gr. trugen christliche Kaiser des 4. Jahrhunderts diesen Titel ebenfalls. Das gilt auch für den frommen Christen Gratian. Aber hat er Amt und Titel, wie der größte Teil der Forschung meint, in aller Form abgelegt? In dem Vortrag werden die historischen Umstände und Gründe dargelegt, die dazu geführt haben, daß Gratian jedenfalls der letzte pontifex maximus auf dem Kaiserthron gewesen ist. Besprochen werden auch Beispiele des oberpontifikalen Handelns dieses Herrschers gegenüber den paganen Kulten sowie gegenüber dem Christentum und seiner Amtspriesterschaft, den Bischöfen. Dabei kommt u. a. das Problem zur Sprache, wie die Christen die Stellung des Kaisers zur ihrer Religionsgemeinschft definiert haben. Schließlich stellt sich dann noch die Frage, seit wann römische Bischöfe den Titel eines pontifex maximus führen.

Ort: Aula Papst Benedikt XVI., Campo Santo Teutonico

Beginn: 18 Uhr (anschl. Rinfresco)

Hier das Plakat für Werbezwecke.

Prof. Dr. Klaus Martin Girardet (* 1940 in Koblenz) war 1980-2006 Ordinarius für Alte Geschichte an der Universität des Saarlandes und ist seit 1996 o. Mitglied des DAI. Seine Forschungsschwerpunkte sind die römische Republik und die konstantinische Zeit. Seine jüngste Publikation hierzu ist die Herausgabe der "Rede an die Versammlung der Heiligen" Kaiser Konstantins in der Reihe "Fontes Christiani" (Verlag Herder).