Tagung "Popes on the Rise": Erfahrung eines Teilnehmers

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Von Martin Barth, Generalsekretär der Görres-Gesellschaft

Einundzwanzig Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal in Rom und bei dieser Gelegenheit am Campo Santo Teutonico war. Wie so viele Menschen suchte ich als Tourist eine ruhige Oase im Trubel des Vatikan und der Stadt Rom und fand sie im beschaulichen Friedhof dieses Stückchens Erde. Dass ich noch einmal hierher kommen würde, diesmal in beruflicher Mission, hätte ich mir nicht träumen lassen. Vor allem nicht, dass der Campo Santo und das dort ansässige Römische Institut der Görres-Gesellschaft ein Hort der Wissenschaft ist. Vielleicht macht gerade das seinen Reiz aus: Ruhe inmitten des Trubels, um sich auf die wesentlichen Dinge des Gestern und Heute konzentrieren zu können. Gleichzeitig verspüren Wissenschaftler, die sich hier treffen, natürlich den Reiz des Genius Loci, denn im wahrsten Sinne des Wortes liegt der Petersdom nur einen Steinwurf entfernt.

So war dies auch im März vom 22. bis zum 26. März 2017, als sich rund 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa, den USA und Canada, zu einer Tagung zum politischen Aufstieg des Papsttums: Mobilisierung, Medien und die Macht der modernen Päpste.

Für mich bot diese Konferenz die beste Gelegenheit, um als Vertreter der Görres-Gesellschaft aus Bonn anzureisen und das Römische Institut, den Campo Santo sowie seine Verantwortlichen kennenzulernen.

Die Görres-Gesellschaft will sich in den nächsten Jahren neu formieren und in ihren Themen aktueller und gesellschaftlich relevanter werden. Entsprechend gespannt war ich auf die zahlreichen Vorträge, die sich mit der gegenwärtigen Rolle von Papst und Papsttum oder dieser Rolle in der jüngeren Vergangenheit beschäftigten. Eindrucksvoll war ein Vortrag zum Verhältnis des Vatikan unter Johannes Paul II. und der amerikanischen Administration unter Ronald Reagan.

Was die Görres-Gesellschaft insgesamt auszeichnet, ihr hohes wissenschaftliches Profil und ihr interdisziplinärer Charakter, zeichnete auch die Konferenz in Rom aus: unter der wissenschaftlichen Leitung von PD Dr. Mariano Barbato trafen sich Historiker, Politikwissenschaftler und Theologen, aber auch Mathematiker und Linguisten, um die modernen Dimensionen des Papsttums in Kirche und Welt auszuloten.

Im Römischen Institut der Görres-Gesellschaft (RIGG) und ihrem Direktor Prof. Dr. Stefan Heid fand die Tagung nicht nur einen hervorragenden Gastgeber, sondern auch eine intellektuelle Inspirationsquelle, die die Diskussionen beförderte. Der Raum wurde geweitet und den Teilnehmern beispielsweise die Gelegenheit geboten, die Vatikanischen Gärten, die Eisenbahn im Vatikan und Radio Vaticana einen Besuch abzustatten. Das zuvor Gehörte, z.B. zur vatikanischen Eisenbahnpolitik, konnte so mit selbst Erfahrenem abgeglichen werden.