Römische Notizen

Römische Notizen

In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Notizen zu römischen Ereignissen und Gegenständen, die unser Interesse gefunden haben, auch wenn sie außerhalb unserer Forschungsgebiete liegen.

Der Held vom Campo Santo Teutonico: Hugh O'Flaherty

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17. 07. 2016

Der einzige wirkliche Held, den der Campo Santo Teutonico je hervorgebracht hat, war ein Ire! Der Priester Hugh O'Flaherty wohnte 1938-1960 am deutschen Kolleg und half in den dramatischen Jahren 1943/44, als die Nazis Rom besetzten, 6.000 Menschen auf der Flucht. Endlich gibt es für ihn eine Gedenktafel auf dem Friedhof. Sie hängt an prominenter Stelle am Eingang zum Atrium, und zwar gegenüber der Gedenktafel von Hubert Jedin. Beide kannten und schätzten sich, auch wenn ihre politischen Meinungen auseinandergingen. Die Initiative ging auf die Gesellschaft der Freunde O'Flahertys zurück, die eine sehr informative Facebook-Seite führt. Auf ihr ist das Ereignis natürlich auch vermeldet. Über O'Flahertys Wirken am Campo Santo, soweit es sich aus den Akten ermitteln lässt, finden sich alle Informationen bei Matheus / Heid, Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke (Herder 2015).

   

Neue Kursangebote des Pontificio Istituto di Archeologia Cristiana

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14. 07. 2016

Das Pontificio Istituto di Archeologia Cristiana ist dabei, seine Angebote für reguläre Studenten und für auswärtige Besucher (Externe, Hörer) entscheidend zu erweitern. Hierzu gehört zunächst der traditionelle "Corso d'Iniziazione", der immer sehr gut besucht ist. Er findet jetzt zusammengedrängt an den Samstagen von November bis Anfang Februar statt. Das Programm finden Sie hier. Der Kurs kostet 300,- Euro, das Diplom 60,-.

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British School of Rome gegen BREXIT

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04. 07. 2016

Christopher Smith, Direktor der British School of Rome und überaus rühriger Präsident der Vereinigung der Auslandsinstitute in Rom ("Unione"), legt angesichts des traumatischen BREXIT ein klares Bekenntnis für Europa ab. Hier finden Sie den Text. Der BREXIT muss natürlich besonders bitter auch die akademischen Niederlassungen Großbritanniens im Ausland treffen. Seitens des RIGG können wir nur hoffen, dass sich die Idee Europa - nicht nur als politisch korrekter Humanismus, sondern auch als christliche Wertegemeinschaft - weit über die Brüsseler Bürokratie und Zentralverwaltung erheben und letztlich durchsetzen wird.

   

Archivbestand des Museo della Liberazione

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30. 06. 2016

Prof. Alessia A. Glielmi, Professorin für Archivistik an der Universität Tor Vergata in Rom, hat einen Führer zum Archiv des historischen Museums der Befreiung vorgelegt (Guida all'Archivio del Museo storico della Liberazione, Vecchiarelli Editore 2014). Das besagte Museum wurde nach dem Krieg in den Gebäuden des NS-Sicherheitsdienstes in der berühmt-berüchtigten Via Tasso in unmittelbarer Nähe der Hl. Stiege am Lateran eingerichtet. Dort wirkte während der deutschen Okkupation Roms 1943/44 der SS-Mann Herbert Kappler, der unter anderem die Juden-Razzia und die Hinrichtung von 335 Personen in den Fosse Ardeatine (siehe S. 286-287) zu verantworten hatte. Nach dem Krieg wurde Kappler von Mons. Hugh O'Flaherty, der am Campo Santo Teutonico wohnte und während der Okkupation ein erbitterter Gegner Kapplers war, im Gefängnis von Gaeta getauft.

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Eule am Campo Santo

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04. 06. 2016

Derzeit nisten am Campo Santo Teutonico leider nur kreischende, missgünstige Möwen, keine Eulen. Immerhin sitzt seit langer Zeit still und leise eine geheimnisvolle Eule, die ein aufgeschlagenes Buch hält, an der 9. Kreuzwegstation. Wiederentdeckt wurde sie erst von der Münchener Schule für Steintechnik, als sie die verdreckte Platte reinigten und die feinen Linien nachzogen. Die Eule ist Teil eines Wappens des Ritters Lothar von Egger Möllwald, der von 1923 bis 1933 Österreich am königlichen italienischen Hof in Rom vertrat. Er starb 1941 in Vallombrosa. Da er mit Alois Hudal befreundet war, erhielt er ein Grab auf dem Campo Santo, ohne Mitglied der Erzbrudreschaft gewesen zu sein. Weshalb neben dem halben Doppeladler die ganze Eule ins Wappen kam, wäre zu klären. Mit der Görres-Gesellschaft, deren Emblem die Eule ist, scheint sie trotz des Buches nichts zu tun zu haben. Zur weiteren Vertiefung der Frage empfehlen wir Albrecht Weiland, Der Campo Santo Teutonico in Rom und seine Grabdenkmäler, Freiburg 1988, 264-265.

Ein aufmerksamer Leser macht die sehr plausible Beobachtung, dass die Eule im Wappen möglicherweise damit zusammenhängt, dass Lothar Egger Wiener Lehrer bzw. Schuldirektor war und 1874 für seine Unterrichtstätigkeit im österr. Kaiserhaus nobilitiert wurde.

   

Bücher über den Campo Santo Teutonico

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31. 05. 2016

Kircheneingang, noch vor der Freilegung der antiken Korkenziehersäulen Kircheneingang, noch vor der Freilegung der antiken Korkenziehersäulen Die Herderstube Rom hat einen eigenen Flyer für die Besucher des Campo Santo Teutonico aufgelegt, der so in viele Länder verbreitet wird. Der Flyer wird vor dem Kircheneingang am "Informationspult" ausgelegt, an dem die Besucher ein Heft über einzelne Gräber durchblättern können. Viele sind sehr daran interessiert, wer hier einmal gewirkt hat und womöglich auch hier begraben liegt. Der neue Flyer enthält dazu die wichtigsten Buchtitel vor allem aus dem Verlag Herder und dem Verlag Schnell und Steiner. Dazu gehören etwa der Romführer Roma Christiana von Erwin Gatz, Petrus und Paulus in Rom von Stefan Heid, Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke von Michael Matheus/Stefan Heid, Blutzeuge von Christian Gnilka u.a., das Standardwerk Campo Santo von Albrecht Weiland und Carpe Diem von Dorothee Andres. Auch für die Römische Quartalschrift wird geworben. Noch in diesem Jahr werden zwei weitere Bücher über den Campo Santo bei Schnell und Steiner veröffentlicht, deren Titel hier noch nicht verraten werden soll. Beide Publikationen sollen die Veranstaltungen zum 100. Todesjahr des Rektors Anton de Waal (1837-1917) im nächsten Jahr vorbereiten.

Hier der Flyer als PDF.

   

Sancta Maria Antiqua - spektakulär und grandios

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31. 05. 2016

Theodot-Kapelle Theodot-Kapelle Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegrabene frühmittelalterliche Kirche Sancta Maria Antiqua (Santa Maria Antica) und das benachbarte Oratorium der 40 Märtyrer von Sebaste sind seit kurzem für alle Besucher des Forum Romanum frei zugänglich. Damit hat das Gelände des Forum Romanum eine enorme Aufwertung erfahren. Bis dahin waren nämlich beide Kirchen nur unter größten Schwierigkeiten für Einzelgruppen zugänglich. Jetzt bedarf es keiner Anmeldung mehr: Jeder Besucher des Forum kann die Kirchen betreten.

An der zehnjährigen Restaurierung und Neupräsentierung von Santa Maria Antiqua war die Kunsthistorikerin dott.ssa Giulia Bordi (Universität Roma Tre) beteiligt, die jüngst einer Gruppe von deutschsprachigen Dozenten und Görresianern eine faszinierende Führung in Santa Maria Antiqua gab und sowohl die Forschungsgeschichte als auch die Funktion und Aufgabe dieser Kirche bis zu ihrem Untergang im 13. Jahrhundert erläuterte.

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Patriarch Joseph II. von Konstantinopel auf dem Filarete-Portal von St. Peter

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29. 05. 2016

Von Johannes Grohe

Vor 600 Jahren, am 21. Mai 1416, wurde in Konstantinopel der Metropolit Joseph von Ephesus durch Kaiser Johannes VIII. Palaiologos auf den Patriarchenstuhl von Konstantinopel erhoben. Von ihm findet sich eine Abbildung im Atrium der Petersbasilika in Rom, die allerdings so klein ist, dass es von den eiligen Touristen und frommen Pilgern kaum wahrgenommen wird. Dargestellt ist Patriarch Joseph II. auf der berühmten Bronzetür des Antonio di Pietro Averlino (besser bekannt unter dem Künstlernamen "Filarete", d.h. der "Tugendliebhaber"), die aus Alt-St. Peter in den Renaissance-Neubau übernommen wurde. Der Künstler schuf dieses Portal im Auftrag von Papst Eugen IV. in den Jahren 1433 bis 1445. Zwischen den großen Szenen der Tür, die Christus, die Gottesmutter Maria, die Apostel Petrus und Paulus und in zwei eigenen Szenen das Martyrium der Apostelfürsten zum Gegenstand haben, fügte der Künstler kleine Darstellungen mit zeitgenössischen Ereignissen ein: Die Krönung Kaiser Sigmunds in Rom (1433), das Konzil von Ferrara-Florenz mit der Union der Byzantinischen mit der Römischen Kirche (1439) und die Union der ägyptischen Jakobiten mit Rom, vertreten durch den Abt Andreas des berühmten St. Antonius-Klosters (1443).

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Dienstag, 7. Juni: Studientag zu den letzten Päpsten

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29. 05. 2016

Das Niederländische Institut in Rom (via Omero 10-12) führt einen von Frans Willem Lantink organisierten Studientag über Franziskus und seine Vorgänger durch. Es geht um Kontinuität und Bruch in der Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Nähere Informationen finden Sie hier.

   

Kurzvideos über Benedikt XVI. auf Facebook

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26. 05. 2016

Mit Blick auf das 65. Priesterjubiläum Papst Benedikts XVI. am 29. Juni veröffentlicht die Vatikanische Stiftung Joseph Ratzinger-Benedikt XVI. in Zusammenarbeit mit dem TV-Nachrichtensener Rome Reports ab Montag, dem 30. Mai, auf der Facebook-Seite der Stiftung jede Woche ein Kurzvideo über Benedikt XVI.

Die Themen sind:

  • am 30. Mai "Der Weg von Johannes Paul II. zu Benedikt XVI."
  • am 6. Juni: "Die Gestalt Joseph Ratzinger"
  • am 13. Juni: "Die Heilige Woche mit dem Papst"
  • am 20. Juni: "Weihnachten in Rom"

Es empfiehlt sich, sich auf der Website der Vatikanischen Stiftung einzuschreiben (siehe oben die braune Leiste).

Die Römische Bibliothek Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. am Campo Santo Teutonico besitzt bereits einen erheblichen Bestand an Ratzinger-Videos, so dass auf mittlere Frist der Aufbau einer nutzerfreundlichen Videothek ansteht.

   

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