Römische Notizen

Römische Notizen

In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Notizen zu römischen Ereignissen und Gegenständen, die unser Interesse gefunden haben, auch wenn sie außerhalb unserer Forschungsgebiete liegen.

Affreschi salvati: Römische Katakomben der Heiligen Marcellino e Pietro erstrahlen in neuem Glanz

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10. 04. 2016

Von Benedikt Lerbs

Definitiv besuchenswert sind die an der Via Casilina gelegenen Kata­kom­ben der Heiligen Marcellino e Pietro, die sich nach umfangreichen Restau­ra­tionsarbeiten im wahrsten Sinne des Wortes in neuem Glanz präsen­tieren. Ziel des 2012 gestarteten Projektes Affreschi salvati, das unter der Schirrm­herrschaft der Foundation Heydar Aliyev in Zusammenarbeit mit der Pontificia Commissione di Archeologia Sacra durchgeführt wurde, war es, Verwitterungsprozessen zum Opfer gefallene spätantike Fresken w­ie­der sichtbar zu machen. Diese galt es ganz im Sinne des Projekttitels von einer schwarzen Patina zu "befreien", wobei modernste Laser­verfahren erfolgreich zum Einsatz kamen.

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Die Barmherzigkeit der Beichte an St. Peter

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03. 04. 2016

Einen schönen Beitrag über die Beichtväter von St. Peter in der "Tagespost" vom 26. März 2016 stammt von Ulrich Nersinger. Er wartet mit vielen interessanten Details auf. Bekanntlich hören die Kanoniker von St. Peter nicht selber Beichte; sie haben genug Geld, um damit Ordensleute zu betrauen. Die Aufgabe des Beichthörens in allen gängigen Sprachen ist den schwarzen Franziskanern (Konventualen) anvertraut. Der aus dem Rheinland stammende Pater Bernhard Johannes Schulte ist seit einigen Jahren für die deutschsprachigen Pönitenten zuständig. Im Heiligen Jahr ist natürlich die Beichte besonders wichtig, um einen Ablass zu gewinnen. Die Beichtstühle befinden sich im rechten Seitenschiff von St. Peter. An jedem befindet sich ein Schild mit den Sprachen, in denen ein Beichtvater die Beichte entgegennimmt. Jeder Pater hat seinen festen Beichtstuhl und seine festen Beichtzeiten. Der Beichtstuhl von Pater Bernhard ist just jener, an dem Papst Franziskus medienwirksam beichtet (allerdings nicht bei ihm, sondern beim Prior). Der Normalsterbliche genießt natürlich mehr Privatsphäre als der Papst sie sich gönnt.

   

Ein Besuch im Quirinal lohnt

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17. 03. 2016

Die Päpste wussten einmal zu wohnen: Das erfährt man bei einem Besuch des Sommerpalastes der Päpste, der auf der kühlen Höhe des Quirinals liegt. Die italienischen Könige und heute die Präsidenten verstanden das. Sie schätzten die Kultur des Wohnens und Residierens, und das war auch der Grund, weshalb sie sich im Zuge des italienischen Risorgimento 1870 einfach den Palast nahmen. Seit kurzem werden für Interessierte täglich kompetente kunsthistorische Führungen durch den Palast angeboten, die von Studenten der römischen Universität La Sapienza durchgeführt werden. Eine online-Anmeldung ist erforderlich. Man muss 1/2 Stunde vor Führungsbeginn am Haupteingang des Quirinals sein (die halbe Stunde ist aber s e h r elastisch aufzufassen). Die Kosten sind lächerlich: pro Person 3,50 Euro (ohne Gewähr).

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Der Segen des Heiligen Vaters ruht auf Görres

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Da sich die Generalaudienzen des Papstes im Heiligen Jahr zu einem Dauerphänomen gestalten - inzwischen mittwochs, donnerstags und samstags - darf einmal daran erinnert werden, dass sein Segen - zumindest wenn er in der Audienzhalle ist - immer auch ein klein wenig auf das Görres-Institut fällt, dessen Räume sich nur wenige Meter hinter dem großen ovalen Fenster befinden. Dazwischen liegt nur die alte Via Triumphalis, heute eine schmale, hässliche Gasse, meist von den Rauchern für eine Zigarettenpause während der endlosen Wartezeit vor der ersehnten Audienz genutzt. Die Audienzhalle war ursprünglich vom Architekten Nervi dreimal so groß geplant. Sie sollte bis zum Petersdom reichen und ihr sollte der Campo Santo Teutonico zum Opfer fallen.

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Das Archiv der Dombauhütte von St. Peter

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17. 03. 2016

Neben dem Kapitelsarchiv gehört zweifellos das Archiv der Dombauhütte (Fabbrica) von St. Peter zu den wissenschaftlich bedeutendsten Einrichtungen im Vatikan. Ein Studientag des Jahres 2011 über das Archiv der Fabbrica liegt nun im Buchform vor: L'Archivio della Fabbrica di San Pietro come fonte per la storia di Roma (2015). Der erste Beitrag von Assunta di Sante handelt über das Archiv selbst, seine Geschichte und Hauptbestände (Fondi). Es folgt ein Beitrag von Renata Sabene über die Arbeit der Dombauhütte, ein Beitrag von Ilaria Delsere über den Architekten Antonio Valeri, ein Beitrag von Nicoletta Marconi über die Fabbrica im Kontext der römischen Bautätigkeit vom 17. bis zum 19. Jh. Natürlich darf auch Michelangelo nicht fehlen (Federico Bellini). Von Pietro Zander stammt ein Beitrag über das kurzlebige "Museo Petriano" (1925 eingeweiht, 1966 abgerissen!), das sich neben dem Campo Santo erhob, wo heute die gähnende Leere des Parkplatzes ist. Der von Gaetano Sabatini und Simona Turriziani herausgegebene Band bietet zahlreiche erstveröffentlichte Abbildungen. Infolge des Risorgimento verlor die Fabbrica ihren städtischen Immobilienbesitz, so dass auch ein erheblicher Archivbestand verloren ging. Er befindet sich seither im Archivio di Stato di Roma (S. 34 Anm. 78).

   

Die exquisiten Publikationen des Kapitels von St. Peter

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08. 03. 2016

Das Kapitel des Petersdoms besitzt eine eigene Bilbliothek und vor allem ein eigenes Archiv. 2008 gründete daher das Kapitel die Edizioni Capitolo Vaticano für wissenschaftliche Veröffentlichungen im Themenumfeld des Petersdoms. Das betrifft geschichtliche ebenso wie archäologische, kunst- und musikhistorische Themen. Ein Prachtwerk ist die zweibändige Geschichte des Kapitels "Il Capitolo di San Pietro in Vaticano" (2008-2011). Eigens erwähnt sei auch der Band von Jochen Johrendt, "Il Capitolo di San Pietro. I papi e Roma nei secoli XI-XIII" (2012), in dem m.E. erstmals die jahrhundertelange Konkurrenz zwischen St. Peter und der Lateranbasilika dargestellt wird. Überaus aktiver Verantwortlicher des Kapitels für das Archiv ist Mons. Prof. Dario Rezza. Nicht unerwähnt bleiben darf auch Kardinal Angelo Comastri, der als Erzpriester von St. Peter die weitverzweigte Verantwortlichkeit des Domkapitels für den Petersdom sehr effektiv und umsichtig wahrnimmt.

Hier der Gesamtkatalog.

   

17.-19. März: Tagung über das frühe Papsttum

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04. 03. 2016

altIm Rahmen der Vorbereitungen zur Großausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt. Antike – Mittelalter - Renaissance“, die 2017 in Mannheim/Rom gezeigt wird, wird ein weiterer internationaler Kongress in Rom am DAI und an der Hertziana stattfinden, der sich dem frühen Papsttum widmet. Oberthema ist "Die Päpste und Rom zwischen Spätantike und Mittelalter. Formen der päpstlichen Machtentfaltung". Thematisiert werden Kunst, Kirchen, Liturgie, Bibliotheken, Geschenkediplomatie u.a. Zwei Vorträge widmen sich der Bedeutung des Apostelgrabs bzw. der Confessio von St. Peter. Referenten sind unter anderen Steffen Diefenbach, Norbert Zimmermann, Lucrezia Spera, Giulia Bordi, Dieter Blume, Roald Dijkstra, Dorine van Espelo, Bernhard Janssen, Christiane Elster.

Das ganze Programm finden Sie hier.

   

Papst Franziskus trifft "Theologie im Fernkurs"

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20. 02. 2016

Würzburger Fernkurs auf dem Aventin, im Hintergrund die Kuppel von St. Peter Würzburger Fernkurs auf dem Aventin, im Hintergrund die Kuppel von St. Peter Die Theologie im Fernkurs der Domschule Würzburg hat unter Leitung des Direktors Dr. Thomas Franz und des Studienleiters Dr. Stefan Meyer-Ahlen mit 30 Teilnehmern aus ganz Deutschland eine Studienwoche in Rom verbracht. Spirituelle Höhepunkte waren die Begegnung mit Papst Franziskus in Santa Maria Maggiore und mit Padre Pio im Petersdom. Das RIGG war mit sechs Veranstaltungen an der Woche beteiligt. Im Zentrum stand das Thema "Christus und die Kirche", beleuchtet in theologischer, kunsthistorischer, archäologischer, historischer, liturgischer und ökumenischer Sicht. Es referierten unter anderen Irene Felder FSO, Mons. Matthias Türk, Prof. Yvonne zu Dohna, Waldrudis Hoffmann und S. Heid. Es war die vierte Studienreise dieser Art (2004-2006-2012-2016) mit Beteiligung des RIGG und es soll laut Planung nicht die letzte gewesen sein.

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Als Päpste Mauern bauten

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19. 02. 2016

vorne in der Mitte der ältere Eingang der Vatikanmuseen in der Bastionenmauer vorne in der Mitte der ältere Eingang der Vatikanmuseen in der Bastionenmauer Ein schon lange fertiger Beitrag, der nun aus aktuellem Anlass vorgezogen wird, lag in meiner Schublade: die Mauern der Päpste. Der Vatikan gehört zum Club jener Staaten, die ihr Staatsgebiet komplett mit einer Mauer bzw. durch Gebäude abriegeln (sieht man einmal vom Sonderstatus des Petersplatzes ab). Das entspricht den Lateranverträgen von 1929. Auf Google-Earth kann man die Vatikanmauer virtuell umrunden. Es handelt sich bis heute durchaus um wehrfähige Mauern, nicht um bloße Dekoration. Während die funktionslose Chinesische Mauer oder der römische Limes zum Weltkulturerbe erklärt wurden, ist das für die vatikanische Mauer nicht der Fall. Sie ist so unüberwindlich, dass sich sogar Tom Cruise für "Mission Impossible 3" spektakulär in Szene setzen wollte, um gerade diese Mauer zu überwinden. Da der Vatikan allerdings keine Dreherlaubnis gab, musste sich der Schauspieler mit Außenaufnahmen zufrieden geben und am Ende eine ganz andere Mauer irgendwo in Italien übersteigen.

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Start des "Master Ratzinger"

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16. 02. 2016

Italienische Gruppe des Master Ratzinger Italienische Gruppe des Master Ratzinger In dieser Woche hat der Jahreskurs Master Joseph Ratzinger - Studi e Spiritualità am Augustinianum in Rom begonnen. Über 80 Studenten, überwiegend junge Geistliche, haben sich für den englischen oder italienischen Kurs angemeldet. Es nehmen Studenten aller Länder teil; Deutsche sind nicht dabei. Bereits zu Beginn haben die Teilnehmer die Römische Bibliothek Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. am Campo Santo Teutonico besucht, um diese Forschungseinrichtung für ihre weiteren Studien nutzen zu können.

Wer gezielt zugunsten der Benedikt-Bibliothek spenden möchte, kann dies auf unser Spendenkonto unter dem Stichwort "Benedikt-Bibliothek" tun. Spendenquittungen werden ausgestellt.

   

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