Römische Notizen

Römische Notizen

In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Notizen zu römischen Ereignissen und Gegenständen, die unser Interesse gefunden haben, auch wenn sie außerhalb unserer Forschungsgebiete liegen.

Anna Maria Ramieri in memoriam

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13. 03. 2013

Totenmesse 13. März um 14.30 Uhr in S. Lorenzo in Damaso

Am Vormittag des 12. März verstarb die Professorin für Museologie des Päpstlichen Instituts für Christliche Archäologie. Sie erlag einer tückischen Krankheit, die erst Ende letzten Jahres entdeckt wurde. Ihr früher Tod ist für alle Kollegen und Studenten des PIAC ein schwerer Schlag, persönlich wie akademisch. Sie war eine anerkannte, aktive und kompetente Kollegin. Seit Jahrzehnten dem PIAC verbunden, trug sie viel zu dessen wissenschaftlicher Reputation bei. Ihre große Liebe galt Rom, der Stadt ihrer Familie. Ihre Mutter war im selben Haus bei der Chiesa Nuova erst vor wenigen Wochen hochbetagt verstorben. Das Foto zeigt Anna Maria auf der gemeinsamen Studienfahrt des Instituts auf Sardinien 2009 (Zweite von rechts). R.I.P.

S. Heid

   

Unsinn ist weiter verbreitet als man glaubt

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05. 03. 2013

Aber auch daraus kann mal lernen

Der falsche Bischof (links) drängt sich Sergio Kardinal Sebastiani auf Der falsche Bischof (links) drängt sich Sergio Kardinal Sebastiani auf „Sempre i tedeschi!“ wird mancher Italiener gestöhnt haben, als sich herausstellte, daß „der falsche Bischof“, den man am Montag (4. März) vor der ersten Generalkongregation der Kardinäle enttarnte und des Vatikans verwies, ein Deutscher war. Ralph Napierski aus Berlin ist als notorischer „Klerikal-Hochstapler“ kein Unbekannter: Bischof sei er und Oberhaupt des katholischen Ritterordens „Corpus Dei“! Ordnungsgemäß geweiht sei er natürlich auch, so „verkündet“ Napierski auf diversen, obskuren Webseiten, und zwar von „Bischof Athanasius Maria Seiwert“, als dessen Generalvikar er fungiere.

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Das Wahlgremium der Kardinäle

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01. 03. 2013

Kardinaldekan Angelo Sodano im Campo Santo Teutonico Kardinaldekan Angelo Sodano im Campo Santo Teutonico „Apostolica Sedes Vacans“ – seit Donnerstagabend, 20.00 Uhr, ist der Stuhl Petri verwaist. Unmittelbar nach dem auf dieses Datum angekündigten Amtsverzicht Benedikts XVI. trat im Vatikan die Apostolische Kammer zusammen, um die in einer Vakanz erforderlichen Schritte einzuleiten.

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Sancta Sede Vacante

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01. 03. 2013

Die Kirche ist ohne Papst

Und gerade der Amtsverzicht, ein gewichtiger und neuer Schritt, den nicht alle verstehen, hat aller Welt den zwar leisen, aber festen Mut und die heitere Gelassenheit dieses Mannes gezeigt: tatsächlich ist Benedikt XVI. kein einziges Mal vor den Wölfen zurückgewichen und er hat sich niemals von seiner Verstörung angesichts des Schmutzes und der Skandale überwältigen lassen, die er hingegen in aller Entschiedenheit bekämpft hat, mit der Unterstützung zahlreicher Mitarbeiter, wie er immer wieder wiederholt hat, vor allem aber im Gebet, das die Kirche für ihn als den Nachfolger Petri emporsteigen ließ. Und vielleicht ist die heitere Gelassenheit, die aus dem Gottvertrauen kommt und so sichtbar von seinem Gesicht ausgeht, das dauerhafteste Erbe dieses Papstes, der ein unvergessliches Pontifikat in Frieden und auf eine neue Art beschließt.

G. M. Vian

   

Was Millionen in der Metro lesen

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28. 02. 2013

Heute tritt Benedikt XVI. von der Ausübung des Petrusamtes zurück

In der letzten Generalaudienz Benedikts XVI. auf dem Petersplatz vor 200.000 Menschen hat sich auch das Römische Institut der Görres-Gesellschaft von "seinem" Papst verabschiedet und wurde eigens unter den anwesenden Gruppen erwähnt. Die ganz überwiegende Meinung zum Rücktritt ist, wen immer man fragt, höchster Respekt vor dieser Entscheidung des Hl. Vaters.

Im kostenlosen Tagesblatt Leggo heißt es (von Vera Capperucci):

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Die letzten Stufen auf den Berg Tabor

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24. 02. 2013

 

Benedikt möchte sich, wie er heute beim Angelus sagte, nach seinem Rücktritt auf den Tabor zum Gebet zurückziehen. Mit erhobenem Zeigefinger fügte er hinzu:

"Doch dies bedeutet nicht, die Kirche zu verlassen, im Gegenteil. Wenn Gott dies von mir fordert, so gerade deshalb, damit ich fortfahren kann, ihr zu dienen, mit derselben Hingabe und mit derselben Liebe, mit der ich es bis jetzt getan habe, aber auf eine Weise, die meinem Alter und meinen Kräften angemessener ist".

Taborgeschehen ist immer auch ein Zurücklassen der Freunde, die den Aufstieg nicht mitgehen und am Fuße des Berges zurückbleiben. Die italienische Volksseele - sie ist immer noch katholisch und papststolz - ist durch das derzeitige Geschehen tief aufgewühlt und doch auch wieder selbstgefällig zufrieden.

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Der Amtsverzicht Benedikts aus der Sicht des Historikers

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21. 02. 2013

Der historisch kaum greifbare Papst Klemens I. (88-97) soll auf Befehl Kaiser Nervas verhaftet worden sein und im Exil abgedankt haben, um die Kirche nicht ohne Hirten zu lassen.

Im dritten Jahrhundert gibt es einen ähnlichen, nun historisch gesicherten Fall: Der Hl. Papst Pontianus, der von 230 bis 235 Bischof von Roms ist, wird von Kaiser Maximinus Thrax nach Sardinien zur Zwangsarbeit in die dortigen Bergwerke geschickt, wo er auch sterben sollte. Auch er verzichtet aus dem gleichen Gründen auf sein Amt.

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1. März: Letizia Ermini Pani erhält die Ehrendoktorwürde

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20. 02. 2013

Am Freitag, dem 1. März, um 17 Uhr verleiht das Päpstliche Institut für Christliche Archäologie (via Napoleone III, 1) der renommierten Mittelalterarchäologin Letizia Ermini Pani die nur selten vergebene Ehrendoktorwürde. Unter deren Trägern sind Richard Krautheimer und Hugo Brandenburg zu nennen. Frau Ermini Pani, emeritierte Professorin der römischen Universität La Sapienza, ist die erste Frau an der Spitze einer Päpstlichen Akademie, in diesem Fall der Pontificia Accademia Romana di Archeologia. Dem deutschen Publikum wurde sie durch das Buch von Gudrun Sailer Frauen im Vatikan bekannt. Sie war Mitarbeiterin am Personenlexikon für Christliche Archäologie. Anlässlich ihrer Auszeichnung wird Frau Ermini Pani einen Vortrag zum Thema "La basilica di San Salvatore di Spoleto: un monumento restituito all'età paleocristiana" halten. Die Veranstaltung ist öffentlich.

   

Nicht nach Monte Cassino

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14. 02. 2013

Die letzte Würde des Papstes

Papst Paul VI. hatte 1977 bekanntlich schon alles mit dem Abt von Montecassino abgesprochen, für den nach seinem 80. Geburtstag geplanten Amtsverzicht. Wenn Kardinal Sergio Pignedoli nicht so gemahnt hätte, gäbe es für jetzt bereits einen Präzedenzfall. Geschichte nimmt zuweilen mehrere Anläufe. Es lässt sich kaum leugnen, dass der nun angekündigte unerhörte Rücktritt das Papsttum revolutionieren kann: hin zu einer Entzauberung, Politisierung und Verbeamtung. Der kommende Papst wird wohl ein Reglement für künftige Rücktritte ausarbeiten müssen. Welcher Papst könnte sonst je dem Druck kirchlicher oder gesellschaftlicher Interessengruppen widerstehen, doch nun endlich die Bühne freizumachen?

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Aschermittwoch: Traurigkeit, große Traurigkeit

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Tristezza - war das am meisten gehörte Wort heute Abend, und das stand wohl für so etwas wie "ratlose Leere". Benedikt verabschiedete sich heute Abend, am Aschermittwoch, in St. Peter so schlicht und nebenbei, dass man sich schon wieder ärgern konnte. Viele Priester der Kurie um mich herum schnieften und wischten ihre Tränen weg, ich auch. Benedikts Botschaft lautete: Buße und Erneuerung der Kirche, aber nicht mehr mit mir, jedenfalls nicht als Papst. Kardinal Bertone fand rührende Worte des Abschieds. Dann brandete Applaus durch den Dom, der aus tiefstem Herzen kam und nicht enden wollte. Irgendwie musste man Benedikt ja sagen, dass es wehtut. Benedikt hat sein ganzes langes Leben in den Dienst der Kirche gestellt. Nun geht er. Er fehlt uns schon, wo er noch da ist. S. Heid

   

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