Römische Notizen

11. Dezember: Papst Damasus - Patron der Christlichen Archäologie

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altPapst Damasus (366-384), dessen Fest auf den 11. Dezember fällt, ist der Patron der Christlichen Archäologie. Dieser Tag wird von den Professoren und Mitarbeitern des Päpstlichen Instituts für Christliche Archäologie immer gebührend mit einem gemeinsamen "pranzo festivo" und einer archäologischen Besichtigung begangen; die Vorlesungen fallen aus. Papst Damasus war in vielerlei Hinsicht bedeutend. Auch wenn nur wenige seiner Schriften erhalten sind, so hat er doch durch sog. Dekretale wegweisende kirchenrechtliche Bestimmungen erlassen. Der päpstliche Primat nimmt erkennbare Formen an. Damasus hat auch zahlreiche archäologische Spuren hinterlassen, was seine Bautätigkeit betrifft.

In die päpstlichen Kassen floss reichlich das Geld der Gläubigen, so dass der Kult, die Epigraphik und die sakrale Architektur entwickelt wurden. Weil er engsten Kontakt zur superreichen weiblichen High Society pflegte, wurde er als "Ohrlöffel der Matronen" belächelt. Damasus suchte in den Katakomben vergessene Märtyrergräber. Die Katakomben vor den Toren Roms entwickelten sich vollends zu Wallfahrtszentren im großen Stil. Dort feierte man schon seit Kaiser Konstantin eine pompöse Papstliturgie mit großer Volksbeteiligung jeweils an den Festtagen der Märtyrer. Damals war aber nicht der Papst, sondern waren die Märtyrer die Hauptattraktion. Nichts taten die Römer lieber, als ihren neuen Helden Gelübde und Weihegaben darzubringen und ihnen den Schutz ihrer Stadt anzuvertrauen.