Römische Notizen

Unerschöpfliche Papstgeschichte

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Papstgeschichte hat nicht immer Hochkonjunktur. Oder sie wird nicht wahrgenommen. Prof. Dr. Ulrich Schlie führte in seinem jüngsten Vortrag am RIGG aus, dass in den großen eurpäischen Geschichtsdarstellungen über das 20. Jahrhundert Päpste nicht vorkommen. Als ob sie irrelevant für die Weltgeschichte wären. Papstgeschichte bleibt hier allenfalls im Binnenraum der Kirche stecken, und nicht einmal die politisch wirksamen Gestalten Pius XII. und Johannes Paul II. werden einer Erwähnung gewürdigt. Leider hakt es an dieser oder jener Stelle auch im Binnenkatholischen. So ist ausgerechnet das von der Jesuitenuniversität Gregoriana verantwortete "Archivum Historiae Pontificiae" (AHP) seit fünf Jahren eingeschlafen.

Sehr erfreulich ist, dass nun der Band 50 (2012) erschienen ist und mit Entschlossenheit die folgenden Jahrgänge nachgeliefert werden sollen. Für das RIGG erfreulich ist auch, dass in der umfangreichen Bibliographie unter A96 der Band "Petrus und Paulus in Rom. Eine interdisziplinäre Debatte" (2011, hg. von S. Heid) angezeigt ist. Dieser Band geht auf zwei Görres-Tagungen in Rom und Freiburg zurück und hat sich zu einem Standardwerk entwickelt. Ferner wertet die Bibliographie des AHP auch die Römische Quartalschrift auf.

Im wissenschaftlichen Beirat ist nur ein Deutscher, Ernst Tremp (Freiburg), dazu der Österreicher Andreas Gottsmann. Im Redaktionskomitée sind u.a. der Schweizer Jesuit Paul Oberholzer und das RIGG-Mitglied Yvonne Dohna-Schlobitten. Verantwortlicher Herausgeber ist Roberto Regoli, Direktor der Kirchenhistorischen Abteilung der Gregoriana.