Römische Notizen

Menorah am Petersdom

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Ausstellung noch bis 23. Juli

Normale Vatikantouristen, und mögen sie noch zu 10.000en den Petersplatz erobern, finden nur vereinzelt den Weg in die derzeit im sog. Braccio Carlo Magno laufende Ausstellung über die Menorah. Ihnen fehlt die Muße. Aber während man in den Petersdom nur mit langer Warteschlange und Sicherheitskontrolle hineinkommt, entfällt beides - auch die Sicherheitskontrolle! - für den Eintritt zur Ausstellung. Organisiert wurde die kostenpflichtige Ausstellung vom Jüdischen Museum und den Vatikanischen Museen. Arnold Nesselrath konnte sie Angela Merkel bei ihrem jüngsten Besuch erläutern.

Ausgestellt sind nach Epochen geordnet Inschriften, Handschriften, Reliefs, Gemälde u.a., darunter sehr prominente Objekte aus Jerusalem. Am Aufhänger der Menorah wird der Frage nachgegangen, wie die Menschen in Rom, Italien und darüber hinaus in den verschiedenen Zeitepochen das Judentum gesehen haben. Eine solche Ausstellung ist besonders in Rom sinnvoll, da im Jüdischen Krieg (70) die große Tempelmenorah von Jerusalem nach Rom kam, wie das große Triumphrelief des Titusbogens zeigt. Vielleicht gelangte sie von dort nach Nordafrika, ging jedenfalls dann verloren.

Die lohnende Ausstellung ist konzentriert und in einer halben Stunde gut machbar. Irritierend ist die laute Beschalllung durch ein verborgen laufendes Video. Für die Beschriftungen benötigt man gute Augen. Es gibt einen umfangreichen Katalog (33,-). Nähere Infos finden Sie hier.