Römische Notizen

23. Februar: 100. Todestag Anton de Waals

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Am 23. Februar 1917 starb am Campo Santo Teutonico mitten im Ersten Weltkrieg Prälat Anton de Waal, Priester des Bistums Münster, der seit 1868 in Rom war und über vier Jahrzehnte lang eine Zentralgestalt des deutschen Katholizismus in der Ewigen Stadt war. Aus diesem Anlass wird vom 22. bis zum 25. November 2017 eine große Tagung am Campo Santo stattfinden, in der de Waals Bedeutung in den größeren Zusammenhang der Geschichte Roms in der spannenden Zeit vom Risorgimento bis zum Ersten Weltkrieg hineingestellt wird. In Erinnerung an de Waal wurde nach dessen Tod von R. Zaccagnini eine Gedenktafel des betenden de Waal geschaffen, die im vergangenen Herbst wegen des Gedenkjahrs von der Münchener Schule für Steintechnik unter Clemens Sohmen an eine prominentere Stelle versetzt wurde. Die Tafel war nämlich bislang in der dunklen ehem. Sakramentskapelle angebracht. Nun hängt sie sehr gut sichtbar an der Kirchenwand bei der Schweizer Kapelle. Typischerweise wird de Waal im gotischen Messgewand dargestellt: Er liebte die Gotik über alles und verachtete den Barock. Aber alle kostbaren gotischen Messgewänder, die er unter großen Opfern angeschafft hatte, gingen im Bildersturm nach dem Konzil verloren. Eine sehr anschauliche, aber längst nicht umfassende Biographie de Waals hat Erwin Gatz in den Supplementbänden der "Römischen Quartalschrift" veröffentlicht (1980).