Römische Notizen

Der Segen des Heiligen Vaters ruht auf Görres

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Da sich die Generalaudienzen des Papstes im Heiligen Jahr zu einem Dauerphänomen gestalten - inzwischen mittwochs, donnerstags und samstags - darf einmal daran erinnert werden, dass sein Segen - zumindest wenn er in der Audienzhalle ist - immer auch ein klein wenig auf das Görres-Institut fällt, dessen Räume sich nur wenige Meter hinter dem großen ovalen Fenster befinden. Dazwischen liegt nur die alte Via Triumphalis, heute eine schmale, hässliche Gasse, meist von den Rauchern für eine Zigarettenpause während der endlosen Wartezeit vor der ersehnten Audienz genutzt. Die Audienzhalle war ursprünglich vom Architekten Nervi dreimal so groß geplant. Sie sollte bis zum Petersdom reichen und ihr sollte der Campo Santo Teutonico zum Opfer fallen.

Nachzulesen ist das in dem ausgezeichneten Buch von Conny Cossa Moderne im Schatten (Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2010). Aus rätselhaften Gründen ist damals der selige Paul VI. vor diesem ultimum crimen zurückgeschreckt: Er hätte den Friedhof dazu planieren müssen. Und so fasst also die Audienzhalle heute leider nur 6.000 statt 20.000 Plätze, was für die Jubelmassen des Papstes eindeutig zu knapp ist.

Zum Beweis geben wir ein Foto des Arbeitszimmers des Assistenten bei.