Römische Notizen

Römische Notizen

In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Notizen zu römischen Ereignissen und Gegenständen, die unser Interesse gefunden haben, auch wenn sie außerhalb unserer Forschungsgebiete liegen.

Donnerstag, 9. März: Oriol Schädel 90 Jahre

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07. 03. 2017

Oriol Schädel, der langjährige Leiter der Herder'schen Buchhandlung in Rom, feiert seinen 90. Geburtstag. Oriol Schädel ist seit 1938 (!) Mitglied der Erzbruderschaft am Campo Santo und seit unvordenklichen Zeiten auch Mitglied des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft. 1986 bis 2005 war er Vizecamerlengo der Bruderschaft.

Oriol Schädel wurde in Barcelona geboren, wo sein Vater Anton die Herder-Buchhandlung gegründet hatte. Später kam die Familie nach Rom, wo Anton Schädel wiederum die Herder-Buchhandlung eröffnete. Sohn Oriol besuchte die Deutsche Schule. Während der deutschen Besatzung Roms 1943/44 war die Buchhandlung gefährdet. Darüber liest man im Buch Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke (Herder, 2015), S. 162-163. Anton Schädel zog nicht wie andere Gefährdete in den Campo Santo, um diesen nicht in Gefahr zu bringen, sondern lagerte die Bücher in der Gregoriana ein und ging selber nach Deutschland, wo er Militärdienst leisten musste.

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Donnerstag, 9. März: Vortrag an der Casa di Goethe

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Jobst C. Knigge spricht zum Thema "Philipp Hiltebrandt – Ein Deutsch-Römer zwischen Kaiserzeit und Nationalsozialismus"

altDer Historiker und Journalist Philipp Hiltebrandt (1879-1959), dessen Grab sich auf dem Cimitero Acattolico befindet, hat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Rom gelebt und gearbeitet. Er ist ein historisch und politisch bemerkenswerter Zeitzeuge.

Der Vortrag findet um 19 Uhr in der Casa di Goethe (Via del Corso 18) statt. Knigge hat auch schon am RIGG einen viel beachteten Vortrag über Hitler und Mussolini gehalten (hier das Buch).

   

23. Februar: 100. Todestag Anton de Waals

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22. 02. 2017

Am 23. Februar 1917 starb am Campo Santo Teutonico mitten im Ersten Weltkrieg Prälat Anton de Waal, Priester des Bistums Münster, der seit 1868 in Rom war und über vier Jahrzehnte lang eine Zentralgestalt des deutschen Katholizismus in der Ewigen Stadt war. Aus diesem Anlass wird vom 22. bis zum 25. November 2017 eine große Tagung am Campo Santo stattfinden, in der de Waals Bedeutung in den größeren Zusammenhang der Geschichte Roms in der spannenden Zeit vom Risorgimento bis zum Ersten Weltkrieg hineingestellt wird. In Erinnerung an de Waal wurde nach dessen Tod von R. Zaccagnini eine Gedenktafel des betenden de Waal geschaffen, die im vergangenen Herbst wegen des Gedenkjahrs von der Münchener Schule für Steintechnik unter Clemens Sohmen an eine prominentere Stelle versetzt wurde. Die Tafel war nämlich bislang in der dunklen ehem. Sakramentskapelle angebracht. Nun hängt sie sehr gut sichtbar an der Kirchenwand bei der Schweizer Kapelle. Typischerweise wird de Waal im gotischen Messgewand dargestellt: Er liebte die Gotik über alles und verachtete den Barock. Aber alle kostbaren gotischen Messgewänder, die er unter großen Opfern angeschafft hatte, gingen im Bildersturm nach dem Konzil verloren. Eine sehr anschauliche, aber längst nicht umfassende Biographie de Waals hat Erwin Gatz in den Supplementbänden der "Römischen Quartalschrift" veröffentlicht (1980).

   

4. Jahrestag der Rücktrittserklärung Papst Benedikts XVI.

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09. 02. 2017

Ein Beitrag von Karl August Neuhausen

Nachdem am 1. Februar 2015 - fast genau zwei Jahre nach der Rücktrittserklärung des Papstes Benedikt XVI. (11. Februar 2013) - meine drei früheren Aufsätze zu diesem singulären Dokument der rund 2000-jährigen Geschichte des römischen Papsttums vom Römischen Institut des Görres-Gesellschaft ins Internet gestellt worden sind, folgt nun hier, da sich Benedikts "renuntiatio" am 11. Februar 2017 zum vierten Male jährt, mein wiederum im Neulateinischen Jahrbuch (Bd. 18, 2016, S. 411-422) erschienener und am 18. Dezember 2016 dem emeritierten Papst Benedikt gesandter aktueller vierter Beitrag zum gleichen Thema, und zwar ein philologischer Vergleich des lateinischen Textes, mit dem Benedikt seinen Verzicht auf das päpstliche Amt erklärte, mit dem einzigen vergleichbaren historischen Zeugnis, der ebenfalls in lateinischer Sprache formulierten Abdankung des Papstes Cölestin V. vor exakt 723 Jahren (am 13. Dezember 1294).

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Freitag, 10. Februar: Ehrendoktor für Christoph Markschies

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06. 02. 2017

Der evang.-luth. Theologe Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies erhält vom Päpstlichen Patristischen Institut, das von den Augustinern geleitet wird, um 16 Uhr die Ehrendoktorwürde. Markschies zählt zu den überkonfessionell anerkannten Wissenschaftlern. Sein Hauptforschungsgebiet ist die Frühe Kirche. 2006-2010 war er Rektor der Humboldt-Universität in Berlin. Damals kamen auch Überlegungen über eine katholische Fakultät an der traditonell lutherisch geprägten Universität auf. Markschies hielt auf der Generealversammlung der Görres-Gesellschaft in Hildesheim 2016 die Laudatio anlässlich der Verleihung des Ehrenrings der Gesellschaft an Prof. Dr. Dr. h.c. Ludger Honnefelder. In Rom ist Markschies regelmäßig anzutreffen. Auf eine Tagung am Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie 2004 geht der von Hugo Brandenburg, Stefan Heid und Christoph Markschies herausgegebene Band "Salute e guarigione nella tarda antichità" (2007) zurück. Dieser Band wie viele andere Publikationen des PIAC wird derzeit mit 50% Rabatt verkauft.

   

Als Päpste schon bei den Maltesern eingriffen

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28. 01. 2017

Der Besucher der Vatikanischen Museen begegnet an zwei Stellen Erinnerungen an den Malteserorden: im Kartensaal in der Darstellung der seit 1530 dank Karl V. als Konvent dienende Insel und in der so genannten Stanza della Signatura. Beim ersteren Fresko ist oberhalb der Insel ein, in einem roten Gewand mit einem acht-spitzigen, weißen Kreuz gehüllten, Engel zu sehen mit einem Band, der an die Befreiung Maltas 1565 erinnert. Beim Fresko der Signatur handelt es sich um einen, dem Betrachter den Rücken gebender, stehender Malteserritter am Rande des Bildes.

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Nachrufe auf Mons. Stocker und Mons. Schwemmer

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26. 01. 2017

Das römische Nachrichtenblatt "Nova et Vetera" würdigt in seiner jüngsten Ausgabe vom Okt.-Nov. 2016 die beiden früh verstorbenen Prälaten Stephan Stocker (Schweiz) und Hans Schwemmer (Deutschland). Beide waren im diplomatischen Dienst des Vatikans tätig.

Hier mit Erlaubnis des Herausgebers Silverio Peretti die PDF der Ausgabe.

   

Benjamin Leven ist Herder-Repräsentant in Rom

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21. 01. 2017

Dr. Benjamin Leven ist seit Januar Repräsentant des Herder-Verlags in Rom und behält gleichzeitig seine Tätigkeit als Redakteur der Herder-Korrespondenz (Berlin) bei. Bevor er zur Herder-Korrespondenz wechselte, war Leven Schriftleiter des Blattes "Gottesdienst" des Trierer Liturgischen Instituts, davor wissenschaftlicher Mitwarbeiter der Universität Würzburg. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er ein Taschenbuch zur Frage: "Unabhängige Theologie: Gefahr für Glaube und Kirche?". Hier werden die zunehmend kritische Distanzierung der katholischen Theologen vom bischöflichen Lehramt und der wachsende Transzendenzverlust der Theologie untersucht. Autoren sind u.a. die Professoren Winfried Aymans, Helmut Hoping, Thomas Marschler und die Bischöfe Oster, Voderholzer und Overbeck.

Der Herder-Verlag verlegt die Römische Quartalschrift und ist somit neben Schnell & Steiner der Hausverlag des RIGG.

   

Donnerstag, 9. Febr.: Vortrag zu Ehren von Paul Zanker

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18. 01. 2017

Aus Anlass des 80. Geburtstags von Prof. Dr. Paul Zanker, ehemaliger Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts (1995-2002), hält Prof. Dr. Felix Pirson vom Istanbuler Institut am Deutschen Archäologischen Institut Rom (Via Valadier 37) um 18 Uhr einen Vortrag zum Thema: "Pergamon und seine Mikroregion in hellenistischer Zeit: Ergebnisse und Perspektiven multidisziplinärer Stadtforschung". Prof. Zanker ist auch Mitglied des RIGG.

   

Die Zeitschrift der Vatikanischen Museen

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16. 01. 2017

Bollettino dei monumenti, musei e gallerie pontificie

Die Südtür des Campo Santo mit der Immaculata; Bild aus dem neuen Buch 'Der Campo Santo Teutonico' (Verlag Schnell & Steiner 2016) Die Südtür des Campo Santo mit der Immaculata; Bild aus dem neuen Buch 'Der Campo Santo Teutonico' (Verlag Schnell & Steiner 2016) Die Vatikanischen Museen sind eine Kunstwelt für sich, die natürlich auch eine eigene wissenschaftliche Zeitschrift hat, das Bollettino dei monumenti, musei e gallerie pontificie. Die Bibliothek des Campo Santo besitzt das Bollettino von der ersten Nummer 1959 an. Darin findet man interessante und ausgezeichnete Beiträge, die meist über Objekte der Museen selbst, ihre Restaurierungen usw. handeln. Die jüngste Ausgabe handelt über ägyptische Papyri, römische Wasserleitungen, barberinische Kandelaber, das Museo Pio Cristiano und die sizilianischen Maler Papst Benedikts XIV. Darüber hinaus enthält der Band einen bemerkenswerten Beitrag von Andreas Raub über das restaurierte Immaculata-Fresko an der Südtür des Campo Santo Teutonico und über das verlorene barocke Marienbild im ehemaligen Oratorium. Lesen Sie den Beitrag hier (in schwarz-weiß).

   

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