Ein Besuch in Albano Laziale: Katakombe und Diözesanmuseum

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Kürzlich entdeckter Heiliger mit Nimbus, von Sternen umgeben, mutmaßlich San Senatore Kürzlich entdeckter Heiliger mit Nimbus, von Sternen umgeben, mutmaßlich San Senatore Auf dem Kraterrand des (aktiven) Vulkans des Lago di Albano liegt die namengebende Stadt Albano Laziale. Dorthin ging in diesem Jahr der "Betriebsauflug" des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft. Anlass war, dass kürzlich der Direktor des Diözesanmuseums und Kustos der Katakombe San Senatore, Dr. Roberto Libera, Mitglied des RIGG geworden war und uns eingeladen hatte. Dieser Ausflug hat gelohnt und sollte Nachahmung finden! Allen Interessierten können sich an ihn wenden. Auf der Website des Diözesanmuseums finden Sie alle Angebote und Events.

Albano liegt an der Via Appia und war ein stabiles, gemauertes Militärlager vor den Toren Roms; das Haupttor (Porta Pretoria) zur Via Appia hin ist noch mitten in der Stadt erhalten. Libera führte uns zunächst durch die Katakombe, die natürlich außerhalb der Militärstadt lag. Sie ist dem weiterhin nicht bekannten Märtyrer San Senatore geweiht. Da der Vulkankrater aus Tuffstein und Pozzolanaerde besteht, wundert es nicht, dass es dort eine ausgedehnte Katakombe gibt (via delle Stelle, 5). In ihren weiten Verästelungen ist sie nicht ganz ungefährlich wegen der zuweilen austretenden Gase. Die direkt am Eingang zu erreichenden Räume weisen bemerkenswerte Fresken auf, die möglicherweise vom 4. Jahrhundert bis ins Mittelalter reichen. Jedenfalls lebten dort sicher später Eremiten, die einen übergroßen Christus im byzantinischen Stil an die Wand malten. Die über die Jahrhunderte völlig ausgeplünderte Katakombe hat keinerlei Inschriften oder Skulpturen, aber sie bietet aufgrund der Fresken viel Gesprächsstoff.

Libera, Grohe, Wehmer, Kiesewetter, García, Helbig (Heid fotografiert) Libera, Grohe, Wehmer, Kiesewetter, García, Helbig (Heid fotografiert) Danach feierten wir die Hl. Messe in der schönen Rundkirche S. Maria della Rotonda, die wegen der Marienikone ein Pilgerort ist. Auch sie weist mittelalterliche Fresken auf, diesmal einen Zyklus aus der Judas Kyriakos-Legende von der Auffindung des Heiligen Kreuzes in Jerusalem. Direkt neben der Kirche liegen die bischöfliche Kurie und das Diözesanmuseum. Dieses ist vor wenigen Jahren neu eingerichtet worden und wird nun von Libera betreut. Es gibt im Parterre eine klassisch-archäologische Abteilung, die derzeit eine didaktisch sehr interessante frühchristliche Erweiterung erhält.

Pontifikalien Benedikts XVI. Pontifikalien Benedikts XVI. Im Piano nobile des alten, barocken Bischofspalais (Palazzo Lercari) dehnt sich dann weiträumig das übrige Diözesanmuseum aus mit sakraler Kunst jeder Art: Altargemälde, Andachtsbilder, liturgisches Gerät, Pontifikalgewänder u.a. Sehr schön ist die Sala delle Vedute, der auch für Veranstaltungen dient. Albano ist ein wichtiges suburbikarisches Karrierebistum, so dass zahlreiche Kardinäle Kunstobjekte gestiftet haben. Einer der Kardinäle war Gustav von Hohenlohe-Schillingsfürst aus dem fränkischen Hochadel, der eine bedeutende Rolle auf dem Ersten Vatikanischen Konzil gespielt hat und auf dem Campo Santo Teutonico begraben ist. Bemerkenswert ist auch, dass in dem Museum Pontifikalgewänder von Papst Benedikt XVI. ausgestellt sind.