Alte und neue Römer in Mainz

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Präsident Bernd Engler Präsident Bernd Engler Die glücklich zu Ende gegangene 120. Generalversammlung der Görres-Gesellschaft stand unter dem Vorzeichen eines deutlich gestauchten, nämlich auf ein Wochenende (29.9.-1.10.) reduzierten Formats (siehe den Bericht des letzten Jahres). Dieses Format bedeutet gegenüber früher ein Stück Privatisierung der Generalversammlung, insofern nun die Teilnehmer statt ihrer Dienstzeit aussschließlich ihre Freizeit - das Wochenende - für die Versammlung einsetzen. Das könnte, wenn es dabei bleibt, den Idealismus der Mitglieder fördern, könnte aber auch dazu führen, dass die Görres-Gesellschaft innerhalb der akademischen Wissenschaft als unprofessionelles Privatvergnügen erscheint.

Insgesamt hat die Reduzierung der Tagungsdauer zu keiner realen Kürzung des Programms geführt, allerdings zu einer größeren Hetze für den Einzelnen bei der Kontaktpflege. Am Freitag Nachmittag gab es nur wenige Veranstaltungen, dafür lagen fast alle Sektionsvorträge auf dem Samstag, so dass zahlreiche Sektionen parallel tagten. Das schränkte notwendig die Flexibilität ein, wenn man als Zuhörer zwischen den Sektionen wechseln wollte. Dass der Sonntag als nachklappernder Programmpunkt ausgedünnt würde, war im Vorfeld befürchtet worden, hat sich aber grosso modo nicht bestätigt. Interessant wäre zu wissen, wie hoch die angestrebte Kostenreduzierung ausfiel und ob man diese nicht auch durch andere Maßnahmen erreichen kann.

Die Teilnehmerzahl insgesamt lag laut schriftlichen Anmeldungen bei ca. 400, von denen allerdings schwerlich mehr als 300 wirklich anwesend waren. Das wiederum bewegt sich im Rahmen der letzten Jahre. Allerdings hat es den Anschein, dass diesmal kaum Mitglieder aus dem nicht-deutschen Ausland angereist sind. Eine Ausnahme bildet traditionell Italien, da hier aufgrund des Römischen Instituts keine wesentliche Minderung der Teilnehmerzahl festzustellen ist. Bei den Begrüßungs- und Fachrednern der Tagung wurde vielfach die alte Geschichte der Römerstadt Mainz beschworen. Da haben sich die anwesenden aktiven und ehemaligen Mitglieder des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft besonders angesprochen und willkommen gefühlt. Aus Rom und Italien angereist waren neun Personen. Der als Festredner aus Rom angereiste Rocco Buttiglione ist leider (noch) kein Mitglied. Sollte man Festredner ähnlich wie Stipendienempfänger vorher verpflichten, einzutreten? Das traditionell inoffizielle "Römertreffen", organisiert von Christine Walde aus dem Ortskomitee, fand - auch ohne Buttiglione - großen Zuspruch. Nicht zufällig waren auch viele Freunde aus der Altertumskunde dabei.