Rückblick auf die Paderborn-Reise

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Am meisten überraschte in Paderborn, wie häufig die Paderborner bekümmert betonten, dass ihre Paderstadt - gegenüber Rom - am äußersten Rand der Erdscheibe und der Ökumene liege und man sich doch über jeden Besucher freue. Tatsächlich war die An- und Abreise mit Flugzeug und Bahn doch sehr langgestreckt. Das Programm selbst verlief wie geschmiert. Jedenfalls war die Organisation der vom 22. bis zum 25. Juni währenden Reise durch Frau Bremekamp von der Thomas Morus-Akademie Bensberg geradezu perfekt. Aus Italien waren etwa zehn Mitglieder der Erzbruderschaft und des Görres-Instituts angereist, vor Ort trafen sie dann auf die übrigen ca. 40 Dauerteilnehmer. Sie wurden vom stellv. Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer mit großer Herzlichkeit begrüßt (Pressebericht).

Da der Anlass der Reise die Ausstellung Wunder Roms im Blick des Nordens (nur noch bis 13. August!) war, wurde die Gruppe sogleich von Prof. Christoph Stiegemann und Dr. Christiane Ruhmann durch die Sammlungen geführt. Das war natürlich vom Feinsten. Die Ausstellungsräume sind relativ begrenzt, aber gerade das hat zu einer faszinierenden, genau durchdachten und von jedem Speck freien Auswahl der Objekte geführt, darunter eine Reihe von Stücken aus dem Campo Santo. Sensationelle Objekte sind die Hand Konstantins und die alte Kugel des Obelisken vom Petersplatz, aber auch Goethes Ballerina aus den Vatikanmuseen. Insgesamt muss man staunen, wie eine so grandiose Ausstellung innerhalb eines Jahres realisiert werden konnte.

Der Foto- und Videokünstler, aber auch Maler Christoph Brech aus München (Website mit Newsletter) schließt die Ausstellung mit einer ganzen Etage ausgewählter Fotographien und Videos zu Rom ab. Als Stipendiat der Villa Massimo ist er seit langem Rom verbunden. Er selbst nahm teilweise am Reiseprogramm teil und führte die Gruppe in seine Bilderwelt und seine Art zu fotografieren ein. Das gehörte zu den Höhepunkten der ganzen Reise. Abends war dann der Vortrag von Stefan Heid über die Gelehrten des Campo Santo und ihr Verhältnis zu Rom. Es mögen wohl 120 Zuhörer gekommen sein, darunter viele Freunde der Görres-Gesellschaft und des Campo Santo. Zahlreiche Mallinckrodt-Schwestern waren dabei, deren Gemeinschaft fast 100 Jahre lang den Campo Santo betreut hatte.

Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, sang in seinem Vortrag das Hohelied auf Franziskus. Ein weiterer Leckerbissen war der Besuch der karolingischen Abtei Corvey. Das Westwerk der Kirche gehört seit kurzem zum Weltkulturerbe. Interessant war hier für die Camposantiner, dass dieses außergewöhnliche Gebäude Eigentum einer winzigen Pfarrei von ca. 170 Personen ist. Das ist also eine ähnliche Situation wie am Campo Santo, dass nämlich ein auf Karl den Großen zurückgehender Ort von welthistorischer Bedeutung in den engagierten Händen einer kleinen Gemeinschaft liegt, hier der Pfarrei, dort der Erzbruderschaft. Überaus ergreifend war dann noch in der Marktkirche (Jesuitenkirche) in Paderborn ein abendliches Vokalkonzert.

Die aus "Römern" und dem Publikum der Akademie zusammengesetzte Reisegruppe fand sehr rasch zusammen. Es war eine überaus fröhliche, entspannte Runde, die weit weg vom römischen Smog ihren Sorgen für ein paar Tage entfliehen durfte und sich über den unglaublich niedrigen Preis der lokalen Cervisia nur wundern konnte.

Jedem sei angeraten, noch rasch vor Schließung der Ausstellung nach Paderborn zu reisen!