Görres-Gesellschaft verändert sich

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Hildesheimer Generalversammlung zu Ende

Besichtigung des Rosenstocks hinter dem Dom Besichtigung des Rosenstocks hinter dem Dom Die Generalversammlung vom 17. bis zum 20. September war mit ca. 330 angemeldeten Teilnehmern gut besucht. Es waren damit deutlich über 10% der Mitglieder angemeldet. Wie immer hängt der Erfolg eines solchen Großtreffens von der umsichtigen Steuerung durch den Vorstand und vom inneren Zusammenhalt der einzelnen Sektionen ab. Jeder Teilnehmer wird entsprechend seinen Vorlieben unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Das Programm insgesamt mit Vorträgen, Besichtigungen und Respräsentationsveranstaltungen war reichhaltig, sehr gut vorbereitet und sehr ansprechend. Der weit vor den Toren Hildesheims gelegene Uni-Campus, auf dessen zerstreute Gebäude sich die Sektionen verteilten, bot allerdings manchen unvorhergesehenen Anlass zu Wanderungen. Dennoch waren die Ortsverhältnisse ausgezeichnet. Besonders lobend muss ich das Uni-Café hervorheben. Ein Höhepunkt war (für mich) ein Programmpunkt, der gar keiner war, nämlich das inzwischen traditionelle inoffizielle Römertreffen im Anschluss an den ebenso traditionellen Bürgermeisterempfang am ebenso traditionellen Montagabend.

Apropos traditionell: Den jahrzehntelang eingeübten Rhythmus der Generalversammlungen wird es im nächsten Jahr nicht mehr geben. Das gesamte Programm wird nämlich auf der Generalversammlung in Mainz auf das Wochenende vom 29. September bis 1. Oktober 2017 vorverlegt und zusammengestaucht, ohne dass - zumindest auf dem Papier - die bisherigen Elemente verloren gingen. Warum nun am Wochenende? Die große Hoffnung ist, dass dies für viele attraktiver sei. Möglich ist das gewiss. Wenn allerdings nächstes Jahr kein nennenswerter Teilnehmerunterschied festzustellen ist, man also eigentlich nichts gewonnen oder verloren hat, wird wohl die Wochenendvariante bleiben. Das dürfte - angesichts der bisherigen Erfahrungen - muntere Diskussionen in der Mitgliederversammlung erwarten lassen.

Die Generalversammlungen sind als eine Art Wanderuniversität die einzige Gelegenheit der öffentlichen Profilierung der Görres-Gesellschaft, ihre einzige wirkliche Bühne, ihr Markenzeichen. Warum soll man in die GG eintreten? Ich antworte darauf immer: Weil man sich dort mit anderen Wissenschaftlern vernetzt. Das bringt vor allem dann etwas, wenn man regelmäßig zur Generalversammlung kommt und dort Freunde und Kollegen trifft. Nur dann nützt die GG. Und jetzt kommt das Aber: eine zusammengestauchte Generalversammlung lässt rein zeitlich wenig Spielraum für freundschaftliche und kollegiale Treffen am Rande. Wenn man sich treffen will, wird man auf die Vortragsleisten ausweichen müssen: Man geht ins Café statt zu den Vorträgen. Keine Sorgen mache ich mir allerdings um das Römertreffen der ehemaligen und aktuellen Mitglieder des RIGG. Da der traditionelle Bürgermeisterempfang auf den Sonntag verlegt wurde, ist der Samstagabend für uns frei geworden.

Die wirklich üble Nachricht von Hildesheim ist, dass die Gesellschaft in den nächsten Jahren mit erheblich weniger Geld auskommen muss als bisher. Die Kürzungen schneiden ins Fleisch. Als Historiker, der sich ein wenig mit der Geschichte der GG befasst hat, weiß ich, dass Geld natürlich immer eine zentrale Rolle gespielt hat. Die Bedeutung und das Prestige einer Gesellschaft bemisst sich nicht nur nach der Zahl ihrer Mitglieder und der Exzellenz der wissenschaftlichen Publikationen, sondern auch nach der Höhe des zu verteilenden Geldes. In vielen Jahrzehnten war Geld - trotz Weltkriegen, trotz Weltwirtschaftskrisen - immer in wunderbarer Weise vorhanden - dank Graf von Hertling! Dank Paul Mikat! Dank allen anderen! Daher wird auch die jetzige Krise überstanden werden, wenn die Gesellschaft ihrem hohen wissenschaftlichen Anspruch treu bleibt, wenn sich wie in München auch in Mainz, Köln und anderswo örtliche Gruppen zu regelmäßigem Austausch zusammenfinden, wenn alle Mitglieder kräftig neue Mitglieder aus Wissenschaft und Kultur werben und wenn das vorhandene Geld in erster Linie in junge Menschen investiert wird, deren Leistungen anderswo womöglich nicht gewürdigt werden. Wenn das alles - und manches mehr - geschieht, werden sich auch Sponsoren finden, die gern unsere klammen Kassen füllen.

S.Heid

Spenden für das Römische Institut der Görres-Gesellschaft werden erbeten auf das Konto: Görres-Gesellschaft, IBAN: DE07 3705 0299 0000 3729 61 --- BIC: COKS DE 33 (oder siehe hier)

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Der neue Programmablauf der Generalversammlung in Mainz:

Freitag:

11.00-12.30 Vorstandssitzung

12.30-14.00 Vorstandssitzung mit Sektionsleitern

15.00-17.30 Sektionsveranstaltungen

18.00 Eröffnung

18.30 Öffentlicher Vortrag

20.00 Sektionstreffen

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Samstag:

8.00 Totenmesse

9.00-12.30 Sektionsveranstaltungen

14.30-17.00 Sektionsveranstaltungen

17.30-18.30 Mitgliederversammlung

19.00 Öffentlicher Vortrag

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Sonntag:

9.00/9.30 Hochamt

11.00 Festakt, Empfang, Stadtführungen, Exkursion