Römische Notizen

Römische Notizen

In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Notizen zu römischen Ereignissen und Gegenständen, die unser Interesse gefunden haben, auch wenn sie außerhalb unserer Forschungsgebiete liegen.

Keine Gunst dem „blauen Dunst“: Zur „damnatio“ der Zigarette im Vatikan

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

12. 11. 2017

Von Hartmut Benz

Erzbischof Angelo Roncalli (1958-1963: Papst Johannes XXIII.) als Nuntius in Frankreich Erzbischof Angelo Roncalli (1958-1963: Papst Johannes XXIII.) als Nuntius in Frankreich Die von Papst Franziskus am 9. November publizierte Entscheidung, im Vatikanstaat ab 2018 keine Zigaretten mehr verkaufen zu lassen, führte auf beiden Seiten der vatikanischen Mauern zu höchst kontroversen Diskussionen. Der Tabak hat im Kirchenstaat nämlich eine lange Tradition: Ende des 16. Jahrhunderts soll es Kardinal Prospero Santacroce (1514–1589) gewesen sein, der das Kraut in seiner Zeit als Nuntius in Portugal kennen- und schätzenlernte und am päpstlichen Hof einführte. Der Tabak wurde dort rasch populär – und schon bald zu einem Wirtschaftsfaktor. In einer seiner ersten Entscheidungen führte Papst Alexander VII. (1655–1667) am 21. August 1655 im Kirchenstaat das Tabakmonopol ein.

hier weiterlesen

   

Freitag, 17. November: Ratzinger und das Konzil

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

10. 11. 2017

An der römischen Universität Sapienza wird der 7. Band der Opera Omnia Joseph Ratzingers vorgestellt, der von Prof. Pierluca Azzaro ins Italienische übersetzt wurde (Libreria Editrice Vaticana). Der Band handelt über Ratzinger und das Zweite Vatikanische Konzil. Es sprechen Prof.ssa Elena Zocca, Prof.ssa Francesca Cocchini und Prof. Giovanni Vian, alle drei Historiker an der Sapienza. Diese Initiative ist umso bemerkenswerter, als die Sapienza Papst Benedikt XVI. 2008 in einem unerhörten Vorgang ausgeladen hatte.

Nähere Informationen finden Sie hier.

   

Unerschöpfliche Papstgeschichte

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

07. 11. 2017

Papstgeschichte hat nicht immer Hochkonjunktur. Oder sie wird nicht wahrgenommen. Prof. Dr. Ulrich Schlie führte in seinem jüngsten Vortrag am RIGG aus, dass in den großen eurpäischen Geschichtsdarstellungen über das 20. Jahrhundert Päpste nicht vorkommen. Als ob sie irrelevant für die Weltgeschichte wären. Papstgeschichte bleibt hier allenfalls im Binnenraum der Kirche stecken, und nicht einmal die politisch wirksamen Gestalten Pius XII. und Johannes Paul II. werden einer Erwähnung gewürdigt. Leider hakt es an dieser oder jener Stelle auch im Binnenkatholischen. So ist ausgerechnet das von der Jesuitenuniversität Gregoriana verantwortete "Archivum Historiae Pontificiae" (AHP) seit fünf Jahren eingeschlafen.

hier weiterlesen

   

XVI. Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

04. 11. 2017

altVom 4. bis zum 10. November findet derzeit in Rom die von Dr. Dr. Hans Albert Courtial organisierte XVI. Musikfestwoche statt, unter anderem mit den Wiener Philharmonikern. Aufgeführt wird in den großen Basiliken Roms Sakralmusik von Bruckner, Mozart, Pergolesi, Haydn u.a.

In diesem Jahr findet keine Sponsorenreise des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft wie 2015 udn 2016 anlässlich des Festivals statt. Geplant ist aber eine solche Sponsorenreise zugunsten des Görres-Instituts zum Festival im Herbst 2018. Wer an näheren Informationen interessiert ist, möge sich bei Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. melden.

   

Allerseelenvesper am Campo Santo: Gebet für die verstorbenen Görresianer

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

31. 10. 2017

Grab von Erwin Gatz Grab von Erwin Gatz Am Mittwoch, dem 1. November, findet am Vorabend von Allerseelen um 17 Uhr am Campo Santo Teutonico die alljährliche Totenvesper statt. Die Gräber, auch jene der Direktoren und Mitglieder des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, werden gesegnet. Die Feier endet mit dem Salve Regina am zentralen Achtermann-Kreuz. Alle sind herzlich eingeladen.

In diesem Jahr verstorben sind die (ehemaligen) RIGG-Mitglieder Anneli Schaedel (+ 8.4.2017), Karl August Neuhausen (+ 5.10.2017) und Herbert Hoischen (+ 13.10.2017).

   

Ratzinger-Preis geht an Karl-Heinz Menke

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

31. 10. 2017

altDer "Nobelpreis" für Theologie geht in diesem Jahr unter anderem an den Bonner Dogmatikprofessor Karl-Heinz Menke, Mitglied der Görres-Gesellschaft, der durch zahlreiche Publikationen seine außergewöhnliche theologische Weite unter Beweis gestellt hat. Wie kaum ein anderer Theologe hat Menke gezeigt, wie wichtig im post-dogmatischen Zeitalter die sakramententheologische Fundierung des christlichen Glaubens ist, ohne die Pastoral und Kirche zu rein soziologischen, beliebig veränderbaren Begriffen werden. Seine wichtigsten Bücher sind im Verlag Pustet erschienen:

- Das Kriterium des Christseins (2003)

- Jesus ist Gott der Sohn (2012)

- Sakramentalität (2013)

- Das unterscheidend Christliche (2015)

- Macht die Wahrheit frei oder die Freiheit wahr? (2017)

Der Preis wird von der Fondazione Vaticana Joseph Ratzinger/Benedetto XVI am Samstag, dem 18. November, im Vatikan überreicht. Das Römische Institut der Görres-Gesellschaft gratuliert dem Professor und wartet gespannt auf sein nächstes Werk (dessen Inhalt wir hier nicht verraten)!

   

Verein der Freunde des DHI in Rom e.V.

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

23. 10. 2017

Das Deutsche Historische Institut besitzt seit 2010 einen Förderkreis, dessen erster Präsident Ludwig Schmugge war. Derzeit amtiert der ebenfalls mit Rom bestens vertraute Eberhard J. Nikitsch (Mainz). Die Jahresversammlungen finden immer in Rom statt. Auf der Website werden mit großzügigem Fotoposting die Aktivitäten dargestellt. Es sei wärmstens empfohlen, dem Verein beizutreten und so das deutsch-italienische Netz enger zu knüpfen.

   

Eingeschränkter Zutritt zum Vatikanischen Geheimarchiv

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

15. 10. 2017

altMit Schreiben vom 30. September 2017 informiert der Präfekt des Vatikanarchivs darüber, dass ab Januar 2018 der Zugang zum Archiv auf täglich maximal 60 Personen eingeschränkt wird. Auf der Website des Archivs ist darüber noch kein Hinweis zu finden. Wie sich diese Beschränkung faktisch auf die Anmeldeprozedur auswirkt, ist unklar. Denn Konflikte sind absehbar, wenn auswärtige Besucher am Eingang abgewiesen werden. Es stellt sich auch die Frage, was mit Besuchern ist, die nur die Buch- und Indexbestände konsultieren wollen, ohne Archivalien anzufordern. Mitglieder des RIGG müssen sich voraussichtlich keine Sorgen machen, da sie erfahrungsgemäß mit der größten Zuvorkommenheit behandelt werden. Auch hat Präfekt Exz. Sergio Pagano seinerzeit einen Beitrag über den "Camposantiner" Vizepräfekten Hermann Hoberg für den Band "Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke: Der Campo Santo Teutonico 1933-1955" beigesteuert.

   

10./11. Oktober: 100-Jahrfeier des Institutum Orientale in Rom

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

09. 10. 2017

altDas von Jesuiten geleitete Päpstliche Orientinstitut in Rom feiert sein hundertjähriges Bestehen mit einer Tagung, an der auch Pater Lombardi, Präsident der römischen Ratzinger-Stiftung, beteiligt ist. Der etwas enigmatische Titel "Violenza dove antico dolore" meint wohl, dass nur die Aufarbeitung historischer Konflikte dazu beitragen kann, aktuelle Gewalt zu verhindern. Es geht also um Leiden, Krieg und Gewalt. Unter anderen spricht Giovanni Franchi, Mitglied des RIGG, über legitime Verteidigung und gerechten Krieg in der katholischen Lehrtradition.

Das Programm finden Sie hier (auf der verwirrenden neuen Website des Instituts).

Am PIO wirkten in der Vergangenheit auch wichtige Vertreter der Christlichen Archäologie wie de Jerphanion (siehe Personenlexikon zur Christlichen Archäologie).

   

27./28. Oktober: Tagung in Erinnerung an den Archäologen Umberto Fasola

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

07. 10. 2017

Padre Fasola mit Johannes Paul II. in einer Katakombe Padre Fasola mit Johannes Paul II. in einer Katakombe Am Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie findet eine Tagung in ehrendem Andenken an den Archäologen und Barnabiten Umberto M. Fasola (1917-1989) statt (siehe Personenlexikon zur Christlichen Archäologie, Bd. 1, S. 474-475), der dort den Lehrstuhl für Topographie der Katakomben innehatte. Der erste Tag widmet sich der Person, der zweite Tag archäologischen Neuigkeiten. Es referieren neben den Dozenten des Instituts auch Jean Guyon, Mauro M. Regazzoni, Carlo Carletti, Elzbieta Jastrzebowska, Norbert Zimmermann und andere. Am 27. Oktober wird Kardinal Giuseppe Versaldi, Präfekt der Bildungskongregation, im Coemeterium Maius eine hl. Messe feiern. Anschließend Besichtigung dieser normalerweise geschlossenen Katakombe an der Via Nomentana.

Hier das Programm.

   

Seite 1 von 17