400mal Veröffentlichungen von Stefan Heid

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Nachdem meine Publikationsliste seit 1988 die magische Marke von 400 Titeln erreicht hat, erlaube ich mir einen bewertenden Rückblick. Meinen Start ins publizistische Leben verdanke ich Prälat Prof. Dr. Ernst Dassmann (Bonn), meinem akademischen Lehrer und nun lange schon guten Freund. Denn nach einem kurzen Lexikonartikel (1988) war mein erster, von der Forschung gut aufgenommener Beitrag "Der Ursprung der Helenalegende im Pilgerbetrieb Jerusalems" (Jahrb. f. Antike und Christentum, 1989), der aus meiner Diplomarbeit hervorging. Diesen Beitrag habe ich 2001 teilweise revidiert in dem Aufsatz "Die gute Absicht im Schweigen Eusebs über die Kreuzauffindung" (Römische Quartalschrift, 2001), wo ich zu einer mutmaßlichen Historizität der Kreuzauffindung zurückkehre, was mir manche Kollegen übel genommen haben. Dennoch zähle ich selber "Die gute Absicht" zu meinen pfiffigsten Publikationen. Meine Diss. "Chiliasmus und Antichrist-Mythos. Eine frühchristliche Kontroverse um das Heilige Land" (1993) wurde selbst in einschlägigen Werken zur frühchristlichen Eschatologie nicht wahrgenommen.

Meine Habilitation "Kreuz - Jerusalem - Kosmos. Aspekte frühchristlicher Staurologie" (2001) habe ich am Campo Santo Teutonico verfasst. Das erste Jahr verlor ich durch Suche nach einem Thema, nachdem meine ursprünglichen Ideen durch kurz zuvor erschienene Bücher erledigt waren. Das zweite Jahr habe ich dann praktisch Tag und Nacht gearbeitet. Meine Habilitation versuchte man wegen des Zölibatsbuchs (1997), das ich als Kaplan in Siegburg geschrieben hatte, zu verhindern, doch dann ging es doch noch.

Eine Reihe von Veröffentlichungen befasste sich - als "Abfallprodukte" der Habil. - mit dem Kreuz im frühen Christentum und griechischen Vätertexten, andere im weitesten Sinne mit Kulturgeschichte (Der Lämmerfries in Alt-St. Peter, Der Anspruch Jerusalems und Roms auf die Waffenhilfe Gottes, Die Tora als Staatsgesetz, Gottes Sorge für das Land des Nils, Die paradiesische Fruchtbarkeit Ägyptens), andere berühren Themen der Christlichen Archäologie (Eusebius von Cäsarea über die Jerusalemer Grabeskirche, Zwei an den Enkainien der Jerusalemer Grabeskirche gehaltene Predigten, Der Sinai als Berg der Gottesschau).

Größere Herausforderungen waren die Herausgabe der Festgabe für Erwin Gatz "Roma Patristica" (Schnell & Steiner 2003) zu dessen 70. Geburtstag und der Akten des Wilpert-Kongresses 2007. Festschrift-Beiträge habe ich beigesteuert für Josef Engemann, Ernst Dassmann, Joachim Piegsa, Christian Gnilka, Karl Hoheisel, Joachim Meisner, Theofried Baumeister und Kurt Koch.

Ein Riesenwerk ist das zweibändige, zusammen mit Martin Dennert 2012 im Schnell & Steiner-Verlag veröffentlichte Personenlexikon zur Christlichen Archäologie, das in fünf Jahren entstand. Dieses Lexikon wird sicher noch für längere Zeit ein Standardwerk bleiben und der Disziplin der Christlichen Archäologie in ihrem Überlebenskampf gewisse Dienste leisten. In den letzten Jahren lag im Zusammenhang des Personenlexikons und des Direktorats des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft ein Schwerpunkt auf der Erforschung des Campo Santo Teutonico und des Görres-Instituts (hinsichtlich Joseph Wilpert, Paul Styger, Carl Maria Kaufmann, Johann Peter Kirsch, Stephan Ehses, Anton de Waal), wobei manches noch in der Druckvorbereitung ist.

Aus Tagungen am Görres-Institut gingen mehrere Bände hervor, die es in sich haben:

Seit der Professur am Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie (2011) muss ich mich mit Liturgie und Hagiographie befassen, was sich in einigen Aufsätzen zur Gebetshaltung, zur Taufe, zum Ambo und zu den Märtyrervigilien niedergeschlagen hat. Besonders die Petrusstudien (Petrus und Paulus in Rom, Herder; Blutzeuge, Schnell & Steiner) finden Beachtung. Den "Blutzeugen" zähle ich zu meinen intelligentesten Publikationen, da besonders die Auslegung des Römerbriefs des Ignatius von Antiochia praktisch keinen Spielraum mehr lässt für die Behauptung, der Aufenthalt des Petrus in Rom sei eine Legende.

Ein in langen Jahren gewachsenes Buch ist Wohnen wie in Katakomben, das mit vielen Bildern die Geschichte des Campo Santo Teutonico und dessen frühchristlicher Sammlung anschaulich macht.

In den letzten Jahren ist zudem eine Serie von Aufsätzen über den frühchristlichen Altar und Gottesdienst entstanden, die demnächst in erweiterter Form als Buch erscheinen werden. Hier greife ich zwei moderne Wissenschaftsmythen auf, jenen der angeblichen Kultlosigkeit des Frühchristentums und jenen der angeblichen Hauskirchen. Im nächsten Jahr wird dann auch ein stattlicher Band über "Päpstlichkeit & Patriotismus" im Verlag Herder erscheinen, der die ausgezeichneten Referate der gleichlautenden Tagung am Campo Santo enthält.

Meine "Hauszeitschriften" sind die Römische Quartalschrift und die Rivista di Archeologia Cristiana. Alle Aufsätze der neueren Hefte der RQ können inzwischen einzeln online erworben werden (z.B. der Aufsatz über den Ambo).

Weihnachtsgeschenke? Vielleicht abonnieren Sie die Römische Quartalschrift oder verschenken Sie den Blutzeugen oder Petrus und Paulus in Rom oder Orte der Zuflucht oder Wohnen wie in Katakomben!