Leseempfehlungen

Unter den Leseempfehlungen werden Bücher vorgestellt, die man tatsächlich lesen kann und deren Lektüre Gewinn bringt. Es handelt sich nicht notwendig um Neuerscheinungen. Vorschläge nehme ich gern entgegen. S.H.

Inzwischen vergriffen! - italienische Ausgabe in Arbeit

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Christian Gnilka / Stefan Heid / Rainer Riesner:

Blutzeuge. Tod und Grab des Petrus in Rom, Regensburg 2010 (Hardcover, 197 Seiten).

Das Buch behandelt die Frage, ob Petrus je in Rom war und dort als Märtyrer starb. Behandelt werden die frühesten Texte vom Neuen Testament bis zu Dionysius von Korinth. Es ist keine ganz leichte Lektüre: ein wenig Latein und Griechisch sollte man können. Aber den Autoren gelingt es, mit erstaunlich neuen, frischen Argumenten die römische Petrustradition zu bestätigen: Petrus und Paulus starben in Rom den Märtyrertod und wurden dort begraben. Es wird die These aufgestellt, dass die Verehrung der Apostelgräber in Rom ganz an den Anfang der christlichen Verehrung der Märtyrer gehört und keineswegs eine späte, womöglich kirchenpolitisch motivierte „Erfindung“ ist. Der zweite Teil des Buches zeichnet die Enwicklung der Märtyrerverehrung vom 1. bis 4. Jahrhundert nach. Der Schwerpunkt liegt auf der besonderen Situation Roms bis in die Zeit Konstantins.

Inhaltsverzeichnis und Vorwort (PDF)

   

Leseempfehlung: Muße und Verschwendung

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Peter Hersche:

Muße und Verschwendung. Europäische Gesellschaft und Kultur im Barockzeitalter 1-2, Freiburg 2006 (1206 Seiten).

Buchumschlag Buchumschlag Diesem Buch in zwei Bänden begegnete ich erstmals in der Abtei Maria Laach, wo ich mich zu Archivstudien aufhielt und bei den Mittagsmahlzeiten daraus vorgelesen wurde. Ein Rheinländer mit herrlichem Tonfall las vor. Die Mönche aßen mir entschieden zu schnell, jedenfalls hätte ich gern mehr gehört. Das Buch ist eine Offenbarung historischer Art. Ich wage anmaßend zu behaupten, dass man nichts von der Neuzeit verstanden hat, wenn man es nicht gelesen hat. Es ist Pflichtlektüre: die absolut souveräne Abhandlung einer Materie, für die man sonst Bibliotheken lesen müßte, oder besser gesagt: In ganzen Bibliotheken würde man so viele neue Einsichten nicht finden können, wie sie hier zwischen vier Buchdeckeln liegen. Da kann man schon einmal über den stolzen Seitenumfang hinwegsehen. Der Autor, ehemals Professor in Bern und aufgewachsen in Appenzell-Innerrhoden, einem der sog. katholischen Stammlande der Schweiz, hat sein Meisterwerk geschrieben.

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Die Nekropolen im Vatikan

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Paolo Liverani / Giandomenico Spinola:

Die Nekropolen im Vatikan. Mit einem Beitrag von Pietro Zander, Mailand 2010 (gebunden, 351 Seiten).

TitelblattDieses Buch ist ein Epochenbuch über den antiken Vatikan; es nicht zu kaufen, wäre geradezu eine Torheit. Paolo Liverani, der auch Deutsch spricht, ist nicht nur ein brillanter Wissenschaftler der Antike, sondern der wohl beste Kenner der Ausgrabungen und Topographie des Vatikans, dazu ein überaus hilfsbereiter und liebenswerter Kollege. 1986-2005 war er Direktor der Antikenabteilung der Vatikanischen Museen, seither ist er ao. Professor für Topographie des antiken Italien an der Universität Florenz. Der mit großartigen Abbildungen ausgestattete Band enthält soviel neues Material und ist so anschaulich wie auch wissenschaftlich seriös geschrieben, dass die Lektüre ein reiner Genuss und Augenschmaus ist. Besonderes Interesse verdienen natürlich auch seine Ausführungen über das Petrusgrab.

Inhaltsverzeichnis (PDF)

   

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