Leseempfehlungen

Unter den Leseempfehlungen werden Bücher vorgestellt, die man tatsächlich lesen kann und deren Lektüre Gewinn bringt. Es handelt sich nicht notwendig um Neuerscheinungen. Vorschläge nehme ich gern entgegen. S.H.

Umfassender Tagungsband über Christusbilder

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

16. 10. 2016

Aus zwei Tagungen in Wien und Würzburg ging der voluminöse Band "Das Christusbild: Zu Herkunft und Entwicklung in Ost und West" im Echter-Verlag hervor (883 Seiten, 69,- Euro), herausgegeben von Karlheinz Dietz, Christian Hannick, Carolina Lutzka und Elisabeth Maier. Die Beiträge drehen sich um die zum Teil hochbrisanten Themen des Edessa-Bildes, des Turiner Grabtuchs, des Mandyliions und des Grabtuchs der Veronika. Wichtig war die Teilnahme der Experten des Zentrums der Grabtuchforschung in Turin. Mehrere Beiträge der Wiener Tagung sprechen sich dafür aus, das Tuch von Manopello nicht mit dem Veronika-Bild von St. Peter zu identifizieren, sondern es für ein Beispiel der im Spätmittelalter sehr verbreiteten Tüchleinmalerei zu halten (um 1500). Äußerst lesenswert ist der zusammenfassende und weiterführende Beitrag von Karlheinz Dietz (S. 27-74), in dem er die überraschende Feststellung trifft, "dass der Weg zum Christusbild ohne den Anspruch und die Herausforderung des alttestamentlichen Bilderverbotes nicht möglich gewesen wäre". Weitere Autoren sind Christoph Dohmen, Stefan Heid ("Das Sehen beim Beten: visuelle Elemente der frühchristlichen Liturgie"), Peter Bruns, Josef Rist, Karl Christian Felmy, Mechthild Flury-Lemberg u.a.

   

Die Herder-Korrespondenz

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

14. 10. 2016

Die Herder-Korrespondenz (HK) zählt - neben der Römischen Quartalschrift! - zur Erfolgsgeschichte des Herder-Verlags. Die Bibliothek des Campo Santo Teutonico besitzt die HK seit dem ersten Jahrgang 1946/47 vollständig (siehe Foto). Sie gehörte neben der F.A.Z. quasi zur Pflichtlektüre des ehem. Rektors Erwin Gatz. Inzwischen ist sie neben der Druckausgabe auch als App verfügbar. Die Zeitschrift erscheint monatlich und informiert kompetent und aktuell über die Weltkirche, und zwar so, dass nicht das allgemeine Internetgeraune repetiert wird, sondern seriös erarbeitete, herausfordernde Beiträge geboten werden, im jüngsten Heft etwa von Stefan Orth, Benjamin Leven, Volker Resing, Peter Kohlgraf, Martin Rhonheimer, Wolfgang Schonecke, Hans-Ulrich Weidemann, Michael Triegel (Interview), Jan-Heiner Tück und anderen. Sehr lesenswert! Für das RIGG ergibt sich insofern eine engere Verbundenheit mit der HK, als deren Chefredakteur Volker Resing seitens des Verlags für die theologischen Zeitschriften bei Herder verantwortlich ist, also auch für die Römische Quartalschrift.

   

Victor Elberns Autobiographie

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

27. 09. 2016

Im 4. Band der gesammelten Werke des jüngst verstorbenen Kunsthistorikers Victor H. Elbern findet sich seine Autobiographie. Hier liest man auch manche römischen Erinnerungen. Elbern hatte ursprünglich Priester werden wollen, begann das Theologiestudium in Bonn und kam dann 1938 ans Germanicum nach Rom, wo er bis zum Militärdienst 1940 blieb. Später wechselte er zur Kunstgeschichte und machte 1949 eine Studienreise durch Italien. Überhaupt wird die Biographie durch die vielen Reisen Elberns, etwa auch zum Jerusalemer Institut der Görres-Gesellschaft unter Prof. Kühnel, interessant. Leider ist sie allerdings nicht durch einen Personenindex erschlossen. Ein eigenes Kapitel ist der Begegnung mit den Päpsten gewidmet; Elbern stand in regem Briefkontakt mit Benedikt XVI.

Elberns gesammelte Schriften "Fructus Operis" in 4 Bänden wurden in Verbindung mit der Görres-Gesellschaft von Johann M. Fritz, Michael Brandt und Piotr Skubiszewski im Verlag Schnell und Steiner herausgegeben.

   

Ein verspäteter Hinweis: Generationenwechsel in der Theologie

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

26. 09. 2016

Konrad Glombik Konrad Glombik Bereits vor vier Jahren fand in Oppeln eine beachtenswerte Tagung zum Generationenwechsel in der katholischen Theologie während und nach dem Konzil statt, die inzwischen veröffentlich vorliegt. Es lohnt sich, diesen unauffälligen Band in der Reihe "Colloquia Theologica" (Nr. 17) in die Hand zu nehmen. Er wurde von Konrad Glombik (Oppeln) und Benedikt Kranemann (Erfurt) herausgegeben. Prof. Glombik war 2006/07 am Campo Santo Teutonico entsprechend einer langen Tradition der Diözese Oppeln, deutschsprachige Priester nach Rom zu entsenden. Es ist offensichtlich, dass sich nach dem Konzil eine neue Theologie etabliert hat, was an sich verwunderlich ist, da Konzilien in der Regel nicht die Theologie verändern, sondern disziplinäre oder doktrinäre Herausforderungen annehmen wollen. Das Phänomen geht aber über die "nouvelle théologie" weit hinaus und hat alle Disziplinen erfasst. Dass dabei schlicht der Generationenwechsel eine Rolle gespielt hat, lässt sich kaum übersehen. Den personengeschichtlichen Weg der einzelnen Disziplinen - Kirchengeschichte, Liturgie, Exegese, Dogmatik, Pastoral u.a. - in Deutschland und Polen seit dem Konzil nachgegangen zu sein, ist das Verdienst des Bandes.

   

Bischofsernennungen - Ratschläge eines alten Dominikaners

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

25. 09. 2016

Am Bücherstand des Verlags Aschendorff auf der Hildesheimer Generalversammlung der Görres-Gesellschaft fiel mir ein wunderbares Heftchen in die Hände, das ich mir doch gleich gekauft habe. Der Kölner Priester und Augsburger Dogmatikprofessor Thomas Marschler hat seinen zahlreichen, äußerst gelehrten Publikationen eines kleines Heft hinzugefügt: Praelati et praedicatores. Albertus Magnus über das kirchliche Leitungs- und Verkündigungsamt (in der Reihe "Lectio Albertina", Nr. 16). Es wäre doch nicht das Falscheste, bei allen Bischofsernennungen, die da so anstehen, dieses Heft für wohlfeile 9,20 Euro in die Hand zu nehmen. Das gilt nicht nur für die Bischofsmacher, sondern auch für die Bischofsmöchtegerngemachtwerdenden.

hier weiterlesen

   

Neues Buch über die Sekretäre der Päpste

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

15. 09. 2016

Ein kleines Gewinnspiel ist auch dabei ...

Die römische Journalistin Christa Langen-Peduto und der Fotograf Josef A. Slominski haben im St. Benno-Verlag einen schönen Bild- und Textband über die Geheimsekretäre der letzten Päpste seit Pius XII. herausgebracht. Kard. Marx hat ein Vorwort geschrieben. Hier finden Sie nähere Infos.

Wer sich diesen Band käuflich erworben hat und nicht am Campo Santo Teutonico wohnt, kann an einem kleinen Gewinnspiel teilnehmen. Und zwar sind in dem Band drei Fotos im Campo Santo Teutonico aufgenommen worden. Wer mir diese drei Fotos mitteilt (an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ), kann sich entweder das Buch "Blutzeuge: Tod und Grab des Petrus in Rom" (entweder deutsch oder italienisch) oder das Buch "Wohnen wie in Katakomben: Kleine Museumsgeschichte des Campo Santo Teutonico" wünschen. Rechtsweg ausgeschlossen!

   

Aktuelles Heft 2016,1-2 der Römischen Quartalschrift erschienen!

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

08. 09. 2016

Ab sofort ist das Heft 2016, 1-2 der Römischen Quartalschrift erhältlich. Die Zeitschrift zu Themen der Kirchengeschichte und Christlichen Archäologie wird herausgegeben vom Priesterkolleg am Campo Santo Teutonico und dem Römischen Institut der Görres-Gesellschaft. Sie ist unser wissenschaftliches Flaggschiff. Es ist zu hoffen, dass sich immer mehr Subskribenten für die Zeitschrift begeistern.

Das aktuelle Heft enthält 5 Beiträge unserer Tagung "Rom bei Nacht: eine Kulturgeschichte von Traum und Schlaf im spätrömischen Reich", und zwar von Fabio Stok, Sabrina Grimaudo, Peter Bruns, Andreas Weckwerth und Federica Ciccolella. Es folgt ein langer Beitrag von Dominik Burkard über "Die 'Rassenproblematik' als Thema der Congregation Sancti Officii zwischen 1920 und 1945".

Hier Inhalt und Leseprobe.

Die Römische Quartalschrift erscheint 2x jährlich; das nächste Heft folgt im März 2017. Die Zeitschrift kann als Papierausgabe oder App abonniert werden.

   

Der neue "Jaffé" - Grundlagen der Papstgeschichte

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

31. 08. 2016

Unter der Verantwortung des Lehrstuhlinhabers für das Mittelalter an der Universität Erlangen Prof. Dr. Klaus Herbers ist der erste Band der 3. Auflage des berühmten "Jaffé" erschienen, dem modernen päpstlichen Regestenwerk des Mittelalters: Regesta Pontificum Romanorum ab conditga ecclesia ad annum post Christum natum MCXCVIII. Ab Innozenz III. (1198) hat die päpstliche Kurie ein eigenes Register über die Korrespondenz geführt. Vor diesem Jahr hingegen müssen die Papstschreiben mühsam in den Archiven bzw. Quellenüberlieferungen gesucht und zusammengestellt werden. Die 3. Auflage des Jaffé aktualisiert die bisherigen Informationen und erweitert sie generell um alle Nachrichten, die auf Kontakte des Papstes mit einer kirchlichen oder weltlichen Institution hinweisen. Der jetzt vorgelegte Band reicht bis Gregor dem Großen (604).

hier weiterlesen

   

Erstmals Buch über das Museum des Campo Santo

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

29. 08. 2016

Wohnen wie in Katakomben: Kleine Museumsgeschichte des Campo Santo Teutonico

Im September erscheint von Stefan Heid im Schnell und Steiner-Verlag ein Buch über die Anfänge der frühchristlichen Sammlung, die Rektor Msgr. Anton de Waal (1837-1917) zusammengetragen hat. Erstmals werden die Anfänge dieses im späten 19. Jahrhundert entstandenen Museums aus unveröffentlichten Dokumenten und Fotografien rekonstruiert. Ein neuentdecktes Sammelalbum mit zahlreichen Zeichnungen der historischen Sammelobjekte aus dem Ende des 19. Jahrhunderts wird vollständig im Anhang reproduziert.

Die Sammlung umfasst Grabinschriften, Sarkophage, Lampen, Ampullen, Gläser, Münzen, Ziegelstempel und vieles mehr. Der niederrheinische Priester Anton de Waal (1837-1917) gründete 1876 das deutsche Priesterkolleg für historische und archäologische Studien. Dafür legte er durch Einkäufe auf dem römischen Antiquitätenmarkt, mit Grabungsfunden und Schenkungen eine Sammlung an. Unter dem Leitbild der Kirche der Katakomben und Märtyrer diente sie didaktischen, wissenschaftlichen und apologetischen Zwecken. Die Geschichte der Sammlung gewährt spannende Einblicke in die aufblühende Wissenschaft der Christlichen Archäologie in Rom und in das Leben der Kollegsbewohner zwischen Antike, Abenteuer und Alltag. Die Sammlung ist seit 1917 Eigentum der Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Mutter Gottes beim Campo Santo der Deutschen und Flamen.

Das mit weit über 100 Abbildungen und Mehrfarbendruck sehr aufwendig gestaltete Buch kann jetzt schon vorbestellt werden.

Damit sind neben dem "Blutzeugen'" und "Personenlexikon" jetzt von Stefan Heid drei Bücher im Schnell und Steiner-Verlag greifbar.

   

Neuer Bildband über den Campo Santo

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

22. 08. 2016

Der Campo Santo Teutonico: Eine deutschsprachige Exklave im Vatikan

Hans-Peter Fischer und Albrecht Weiland bringen im Schnell und Steiner-Verlag gemeinsam mit dem Kunstverlag Josef Fink einen anspruchsvollen Bildband über den Campo Santo heraus, der hier bereits vorbestellt werden kann. Wer ein wenig Glück hat, findet sich dort vielleicht abgebildet. Der reich mit atmosphärisch dichten Fotografien ausgestattete Band lässt die Stimmung des Campo Santo Teutonico deutlich werden. Mehrere Beiträge führen in die Geschichte dieses Ortes ein, der seit der Etablierung von Pilgerkolonien im 8. Jh. von deutschsprachigen Pilgern frequentiert wird. Sie berichten von der Erzbruderschaft zur schmerzhaften Muttergottes der Deutschen und Flamen, die seit mehr als 500 Jahre ihren Friedhof und ihre Kirche durch die Zeitläufte steuert, von ihrem geistlichen und gesellschaftlichen gemeinsamen Leben, von den bedeutenden und weniger bedeutenden Verstorbenen auf dem Friedhof und von der Ansiedlung eines Priesterkollegs und der Görres-Gesellschaft, einer der ältesten deutschen Wissenschaftsgesellschaften.

   

Seite 3 von 11