Eine Biographie über den Kirchenhistoriker und Camposantiner Erwin Iserloh

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Eine fesselnde, von dem lutherischen Theologen Uwe Wolff verfasste Biographie "Iserloh - Der Thesenanschlag fand nicht statt" wurde dem RIGG von der Iserloh-Schülerin Barbara Hallensleben zugeschickt. Hallensleben ist Professorin für Dogmatik und ökumenische Theologie an der Universität Fribourg. Erwin Iserloh (1915-1996) war eine beeindruckende, bodenständige Münsteraner Priesterpersönlichkeit und ein Historiker von Rang, der 1961 schlagartig bekannt wurde, als er in einem Vortrag in Mainz die Auffassung vertrat, der berühmte Thesenanschlag Luthers 1517 sei eine fromme Legende. Iserlohs Forschungsschwerpunkt blieb die Reformation.

Der hier angezeigte Band verdient insofern besonderes Interesse, als das Iserloh-Archiv einfloss, das sich im dortigen Institut für Ökumenische Studien befindet.

Das 6. Kapitel handelt über Iserlohs römischen Aufenthalt 1947-1950, also bald nach dem Weltkrieg, in dem Iserloh als Soldat an der Ostfront eingesetzt war (S. 65-82). Iserloh wohnte am Campo Santo Teutonico. Damals war das Römische Institut der Görres-Gesellschaft nach einem langen Winterschlaf unter seinem Direktor Hermann M. Stoeckle zwar noch existent, befand sich aber unter dem neuen Direktor Engelbert Kirschbaum gerade erst in der Phase der Wiederbelebung. Pikant an diesem Kapitel ist die entscheidende Rolle, die Iserloh gespielt hat, als es darum ging, den kopf- und ratlosen Hubert Jedin aus seiner Affäre mit der Botschafterfrau Hildegard von Braun herauszuholen.

Ferner wurde dem Band die Autobiographie beigefügt, die Iserloh auf Anregung von Erwin Gatz für die Römische Quartalschrift (82, 1987, 15-43) verfasst hatte.

Der Band erschien im Friedrich Reinhardt-Verlag in Basel, 2013.