Umfassender Tagungsband über Christusbilder

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Aus zwei Tagungen in Wien und Würzburg ging der voluminöse Band "Das Christusbild: Zu Herkunft und Entwicklung in Ost und West" im Echter-Verlag hervor (883 Seiten, 69,- Euro), herausgegeben von Karlheinz Dietz, Christian Hannick, Carolina Lutzka und Elisabeth Maier. Die Beiträge drehen sich um die zum Teil hochbrisanten Themen des Edessa-Bildes, des Turiner Grabtuchs, des Mandyliions und des Grabtuchs der Veronika. Wichtig war die Teilnahme der Experten des Zentrums der Grabtuchforschung in Turin. Mehrere Beiträge der Wiener Tagung sprechen sich dafür aus, das Tuch von Manopello nicht mit dem Veronika-Bild von St. Peter zu identifizieren, sondern es für ein Beispiel der im Spätmittelalter sehr verbreiteten Tüchleinmalerei zu halten (um 1500). Äußerst lesenswert ist der zusammenfassende und weiterführende Beitrag von Karlheinz Dietz (S. 27-74), in dem er die überraschende Feststellung trifft, "dass der Weg zum Christusbild ohne den Anspruch und die Herausforderung des alttestamentlichen Bilderverbotes nicht möglich gewesen wäre". Weitere Autoren sind Christoph Dohmen, Stefan Heid ("Das Sehen beim Beten: visuelle Elemente der frühchristlichen Liturgie"), Peter Bruns, Josef Rist, Karl Christian Felmy, Mechthild Flury-Lemberg u.a.